Der walisische und englische Verband wollen bei der Wahl im März 2027 nicht mehr für den amtierenden Fifa-Präsidenten stimmen. Der sucht jetzt nach anderen Verbündeten. Im wachsenden Widerstand gegen Gianni Infantino haben Wales und England als erste nationale Verbände ihre Unterstützung für eine Wiederwahl des Schweizers zurückgezogen – und damit wohl eine größere Welle der öffentlichen Distanzierung vom Fifa-Präsidenten losgetreten. Am Nachmittag schlossen sich der serbische und schwedische Verband mit Statements an. Weitere Verbände könnten folgen. Infantinos Rückhalt in der Fußballwelt geht immer mehr verloren. Was also tun? Man sucht sich anderswo Verbündete. Das berichtet die US-Zeitung „New York Post“. Demnach soll Infantino versuchen, die US-Regierung auf seine Seite zu ziehen, um am Ende im Amt bleiben zu können. Nicht aber sein Freund und Präsident der USA, Donald Trump , soll aber dieses Mal sein erster Ansprechpartner gewesen sein, sondern Außenminister Marco Rubio. Andere ziehen nach: Verband kündigt Nicht-Wahl von Infantino an Fifa-Boss ist angezählt: Fünf Funktionäre, die Infantino herausfordern könnten Scharfe Kritik: Nächster Fifa-Mitarbeiter attackiert Infantino Die „New York Post“ berichtet von zwei Quellen, die bestätigten, dass für Montag gegen 9 Uhr morgens (US-Zeit) ein Telefonat zwischen Infantino und Rubio geplant war. „Er wollte mit dem Außenminister telefonieren und darüber sprechen, wie Fußball als eine Form der Soft Power für Amerika dienen kann“, wird eine Quelle zitiert. Aber es wissen demnach alle, dass es eigentlich nur darum ginge, dass Infantino sein Amt als Fifa-Präsident behalten will. Er fühle sich dem Bericht zufolge völlig isoliert. Inzwischen sah sich das US-Außenministerium genötigt, ein Telefonat von Infantino und Rubio zu dementieren. Dylan Johnson, seines Zeichens stellvertretender Staatssekretär für globale Öffentlichkeitsarbeit, schrieb bei X: „Es gibt keine Pläne von Außenminister Rubio mit Infantino zu sprechen und es gibt diesen Morgen kein Telefonat. Die New York Post soll ihre Quellen checken oder sie hätten uns direkt fragen sollen.“ Der Vertrauensentzug rund um Infantino folgte auf die heftige Kritik an den inzwischen aufgegebenen Fifa-Plänen, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Nach massivem Widerstand aus dem Weltfußball hatte Infantino sein Vorhaben am Wochenende wieder verworfen. Die Europäische Fußball-Union (Uefa), bei der Wales, England und Serbien Mitglieder sind, hatte mit einem Boykott gedroht und war den Schweizer auch danach scharf angegangen. Laut eines Berichts von Sky Sports wächst insbesondere in Europa der Druck auf den seit 2016 amtierenden Fifa-Chef. Am 18. März 2027 auf dem 77. Fifa-Kongress in Rabat (Marokko) will sich Infantino den Statuten gemäß ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen.