Wegen Trainerwahl: Razzia bei südkoreanischem Fußballverband

Südkoreas Polizei ermittelt gegen den Fußballverband wegen der umstrittenen Ernennung von Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo. Seit dem WM-Aus steht der 57-Jährige massiv in der Kritik. Die südkoreanische Polizei hat in den Räumlichkeiten des nationalen Fußballverbands (KFA) eine Razzia durchgeführt. Dem Verband wird vorgeworfen, den Nominierungsprozess von Ex-Nationaltrainers Hong Myung-bo manipuliert zu haben, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Bei der Razzia in den Büroräumlichkeiten des KFA in der Hauptstadt Seoul sowie in Cheonan wurden demnach Aktendokumente beschlagnahmt und Smartphone- sowie Computerdaten von ranghohen Funktionären gesichert. Die Vorwürfe sind nicht neu. Der 57-jährige Hong war schon bei der WM 2014 als Nationaltrainer des Landes gescheitert. Dennoch wurde der ehemalige Generalsekretär im Juli 2024 wieder Nationaltrainer. Beobachter mahnten damals an, dass Hong nicht den vorgesehenen Bewerbungsprozess durchlaufen habe. Diesen Sommer erhielt der Fall im Zuge der schwachen Leistung Südkoreas bei der Fußballweltmeisterschaft in Amerika erneute Aufmerksamkeit. Die „roten Teufel“, wie das Nationalteam im Volksmund genannt wird, schieden nach einer enttäuschenden Leistung frühzeitig in der Gruppenphase aus. Hong trat kurz darauf von seinem Amt zurück. Den öffentlichen Zorn konnte dies kaum beruhigen. Selbst Südkoreas Präsident forderte Konsequenzen. Er sei „angesichts dieses unerwarteten Ergebnisses nicht nur verblüfft, sondern empfinde es geradezu als absurd“, schrieb Lee Jae Myung in einem ausführlichen Statement auf der Plattform X. Das Scheitern, „das bei den Bürgern Enttäuschung ausgelöst hat, scheint auf Versäumnisse in der Organisation und im Personalwesen zurückzuführen zu sein“, kommentierte Lee, der seine Kritik vor allem auf die Wahl von Hong durch den heimischen Verband richtete.