2. Bundesliga: Braunschweig stürmt an Spitze – Heidenheim siegt spektakulär

In der 2. Bundesliga rollt der Ball wieder. Gleich zum Auftakt gibt es auf mehreren Plätzen ein Torfestival – mit einem großen Gewinner. Eiskalt an die Spitze: Eintracht Braunschweig hat mit einem Kantersieg beim 1. FC Magdeburg vorerst die Tabellenspitze der 2. Bundesliga erobert. Nach einer denkwürdigen ersten Halbzeit hieß es am Ende 6:1 (4:0) für die klar überlegenen Gäste. Kurios: Auch im Vorjahr war die Eintracht mit einem Sieg in Magdeburg gestartet, damals hieß es aber „nur“ 1:0. Zur Pause war die Begegnung quasi entschieden: Aaron Opoku (15.), Jan Urbich (21./26.) und Mehmet Can Aydin (44., Foulelfmeter) stellten auf 4:0, zudem sah Magdeburgs Herbert Bockhorn (32.) wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Im zweiten Durchgang traf zunächst auch Magdeburg durch Mateusz Zukowski (49.), doch Samuele Di Benedetto (50.) und Florian Flick (61.) antworteten prompt. „Nie wieder Fußball spielen, nie wieder laufen“: Klinsmann nach Horror-Verletzung Nächste Pleite mit Vancouver: Rückschlag für Thomas Müller im Pokal Sex-Massagen spendiert: Fußballverband entschuldigt sich In Magdeburg ging die Begegnung mit einer Verzögerung los, weil eines der Tornetze mit Kabelbindern fixiert werden musste. Danach war es dann die FCM-Abwehr, die enorme Löcher zeigte. Allen voran der von Borussia Mönchengladbach ausgeliehene Urbich war nicht zu stoppen, die 23.500 Fans rieben sich zur Pause verwundert die Augen. Der FCM war nach einem großen Umbruch mit zehn Zugängen und 15 Abgängen zuversichtlich in die Saison gegangen, die Vorbereitung lief glänzend. Doch Braunschweig konnte schon im zweiten Durchgang einen Gang zurückschalten. Für den FCM setzte sich damit eine schwarze Serie fort: Auch in seiner siebten Zweitliga-Saison gelang Magdeburg zum Start kein Sieg. Auch Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim lieferte direkt zum Saisonstart ein wahres Spektakel und gewann nach insgesamt fünf Treffern am Ende mit 4:3 gegen Aufsteiger VfL Osnabrück . Der Karlsruher SC bezwang Arminia Bielefeld daheim mit 2:1. Außerdem trennten sich Darmstadt und Holstein Kiel mit 2:2. 1. FC Heidenheim 4:3 VfL Osnabrück In der unterhaltsamen Partie trafen vor 15.000 Zuschauer Budu Siwsiwadse (10.), Marcel Costly (29.), Jan Schöppner (45.+2) und Marvin Pieringer (89.) für die Heidenheimer. Die Niedersachsen glichen dank Niklas Wiemann (23.) und David Kopacz (34.) vor der Pause zweimal aus. Den dritten Treffer steuerte Robin Meißner (90.+2) per Handelfmeter bei. Die Heidenheimer begannen stürmisch, erspielten sich sofort Chancen und gingen früh durch Siwsiwadse in Führung. Sechs Minuten später wurde ein weiterer Treffer des Torjägers wegen Abseits aberkannt. Danach wurden die Osnabrücker aktiver und kamen durch Wiemann zum Ausgleich. Es entwickelte sich ein munteres Spiel mit leichten Vorteilen für die Gastgeber. Neuzugang Costly brachte die Heidenheimer erneut in Front, doch erneut antworteten die Gäste durch Kopacz nur fünf Minuten später. In der Nachspielzeit war Schöppner per Kopf nach einem Eckball zur Stelle und bescherte Heidenheim die Pausenführung. Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel offen. Beide Mannschaften suchten spielerische Lösungen. Gefährlich wurde es auf beiden Seiten vor allem nach Standardsituationen. Eine verarbeitete der Heidenheimer Pieringer per Kopf kurz vor dem Ende. Es blieb spannend: Drei Minuten später verwandelte Meißner einen Handelfmeter und verkürzte für den VfL. Zum erneuten Ausgleich reichte es nicht mehr. Karlsruher SC 2:1 Arminia Bielefeld Karlsruhes Chefcoach Maximilian Senft hat das Duell der beiden neuen Zweitliga-Trainer mit dem Bielefelder Oliver Kirch für sich entschieden. Die Badener siegten 2:1 (1:0) gegen die Arminia. Moritz Broschinski (35. und 78. Minute) erzielte beide Tore für die Heimelf vor 29.896 Zuschauern im stimmungsvollen Karlsruher Wildpark. Der eingewechselte Marvin Mehlem (80.) verkürzte für die Bielefelder. Vor den Augen des früheren Weltmeisters und Ex-Karlsruhers Thomas Häßler machte der insgesamt überlegene KSC vor der Pause aus sehr wenigen Chancen viel. Kapitän Marvin Wanitzek legte für Neuzugang Broschinski auf, der flach vollendete. Die Gäste hatten Pech, dass Jannik Rochelt sowohl in der Anfangsphase als auch wenige Minuten vor der Pause nur die Latte traf. In Hälfte zwei legten die Karlsruher, bei denen Eigengewächs Danyal Zor ein starkes Profidebüt auf der Sechser-Position feierte, auch spielerisch zu. Wanitzek, der die Latte traf, verpasste noch das 2:0. Den anschließenden Eckball verwertete Broschinski per Kopf. Nach Mehlems Anschlusstor mussten die Karlsruher noch einmal zittern, brachten den Heimsieg aber über die Zeit. Darmstadt 98 2:2 Holstein Kiel Holstein Kiel hat einen möglichen Traumstart in die neue Zweitliga-Saison verspielt. Der argentinische Zugang Guillermo Balzi (9.) und Phil Harres (42.) bescherten Holstein-Trainer Tim Walter und seiner Mannschaft am Samstag eine 2:0-Halbzeitführung bei Darmstadt 98 – doch die Gastgeber erkämpften sich noch ein 2:2. Balzi, ausgebildet beim einstigen Messi-Klub Newell’s Old Boys, vollendete einen Konter nach einem schlimmen Fehlpass von Darmstadts Innenverteidiger Aleksandar Vukotic. Danach bemühten sich die zunächst noch gleichwertigen Gastgeber um einen schnellen Ausgleich, aber Lance Duijvestijn (22.) traf aus Abseitsposition. Kiel hatte das Spiel anschließend recht souverän im Griff. Noch vor der Pause erzielte Harres das 2:0 (42.), was er mit einem fulminanten Salto feierte. Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gäste lange spielbestimmend. Darmstadt hatte nach den Abgängen von Fraser Hornby (zum VfL Wolfsburg) und Isac Lidberg (zu Borussia Mönchengladbach) hingegen lange große Probleme, sich Torchancen zu erspielen: Erst Lee Ho-jae (76.) traf mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Zudem patzte die Abwehr mehrfach, aber ausgerechnet Vukotić, der das 0:1 verschuldet hatte, erzielte den Ausgleich (86.).