„Pele“ Wollitz: Trotz 3:1-Siegs zerreißt Energie-Coach sein Team

Nach zwölf Jahren Abstinenz feiert Energie Cottbus eine erfolgreiche Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga. Doch Trainer Wollitz spricht so, als hätte sein Team 0:5 verloren. Trotz der erfolgreichen Rückkehr auf die Zweitliga-Bühne hat Trainer Claus-Dieter Wollitz den Auftritt des FC Energie Cottbus scharf kritisiert. Schon am ersten Spieltag ließ er kein gutes Haar an seinem Kader und stellte Forderungen in Richtung der Vereinsführung. „Wir stellen uns hierhin und sagen: Wir wollen Hurra-Fußball, wir wollen mutigen Fußball. Alles das ist nicht erkennbar. Eine etwas andere Art sollte man schon an den Tag legen, wenn man der Meinung ist, man muss zweite Liga spielen“, befand der 61-Jährige nach dem 3:1-Sieg gegen Hannover 96 . Nur weil die Niedersachsen Chancenwucher betrieben und Energie sich auf seinen herausragenden Torhüter Marcel Lotka verlassen konnte, gingen die Hausherren am Ende als glücklicher Sieger vom Platz. Tolcay Cigerci hatte per Freistoß und Foulelfmeter getroffen, Justin Butler nach einer Ecke. Wollitz polterte gleich zu Beginn der Pressekonferenz los. Über die Leistung seiner Mannschaft fällte er ein vernichtendes Urteil. „Das ist nicht eine Berechtigung, in der 2. Bundesliga zu spielen, so wie wir heute Fußball gespielt haben“, bemängelte Wollitz. Dieses Spiel hätte nur eine Mannschaft gewinnen dürfen und das sei Hannover 96, so der Coach. Wollitz braucht „mehr Sprit“ Der impulsive FCE-Coach warf seinen Schützlingen mangelnde Intensität und Körperlichkeit vor. „Wir haben weder Mut, wir haben weder Spielaufbau“, hatte Wollitz schon zuvor am Sky-Mikrofon erklärt. Der Fußball-Coach forderte mehr Gegenwehr und „mehr Sprit“. Erst nach der Halbzeit und mehreren Wechseln kamen die Brandenburger besser ins Spiel. Wollitz hatte vor dem Saisonstart angekündigt, nicht von seiner Marschroute abweichen zu wollen und weiterhin Offensivfußball spielen zu lassen. „Nach draußen zu posaunen: wir wollen das spielen und wollen das spielen und das spielen und es ist einfach nicht erkennbar – jetzt gilt es darum, die Spieler zu finden oder auf die Platte zu bringen, die das können oder auf jeden Fall sich anders verhalten“, sagte Wollitz und ließ durchblicken, dass er sich mehr Neuzugänge wünsche. „Sollten wir über EInstellung reden“; sagte der Coach auf eine entsprecehnde Frage, „dann haben wir noch ein größeres Problem als wir ohnehin schon haben. Das ist ja auch eine Qualitätssache – so ehrlich darf man sein.“ Wollitz gab zu bedenken, dass er den Wunsch nach neuem Personal mehrmals beim Verein hinterlegt habe. Offenbar hoffte der Übungsleiter mit seiner Brandrede darauf, dass ihm die sportliche Leitung bei Energie noch den ein oder anderen Neuzugang zur Verfügung stellt. Es gelte nun, die Rahmenbedingungen zu erfüllen, die zur Teilnahme an der 2. Liga berechtigen. Abermals fällte er ein hartes Urteil über seinen Kader: „Wenn du in 90. Minuten keine Torchance erspielst, dann weißt du, es geht hier nicht um die Einstellung, es geht um Qualität.“