Während sich seine Biathlon-Kollegen bereits auf die neue Saison vorbereiten, fährt Émilien Jacquelin noch Rad. Ein Start im Weltcup-Winter ist damit so gut wie ausgeschlossen. Biathlon-Olympiasieger Émilien Jacquelin bleibt in der kommenden Saison wohl dem Wintersport fern. Nachdem der Franzose im April dieses Jahres als Helfer in das Radsport-Team Decathlon CMA-CGM aufgenommen wurde, bestritt er im Sommer seine ersten Profirennen. Nun deutet vieles darauf hin, dass er seine Biathlon-Karriere in der kommenden Saison vorübergehend pausiert, um sich voll und ganz dem Radsport zu widmen. Obwohl Jacquelin seine Entscheidung noch nicht offiziell beim französischen Skiverband bekannt gegeben hat, deutete er an, dass er seinen Wiedereinstieg in den Biathlon verschieben könnte. Seine französischen Biathlon-Kollegen bereiten sich bereits auf den kommenden Winter vor – ohne Jacquelin. „Ich glaube, ich weiß, was ich in den nächsten Wochen will, aber wir werden sehen, wie sich die Dinge im September entwickeln. Ich denke, ich werde noch einen Monat lang Rad fahren“, sagte er kürzlich. Rückschlag: Olympiasiegerin muss erneut operiert werden Eklat in der Champions League : Ex-Bundesliga-Profi auf Platz angegriffen Der 31-Jährige, der bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina im Februar mit einer Goldmedaille in der Staffel und einer Bronzemedaille in der Verfolgung glänzte, entdeckt für sich seit einigen Monaten eine neue Sportart. Seine ersten Einsätze auf dem Rad führten ihn unter anderem zur Polynormande (88. Platz), zur Tour de Limousin (52. Platz) und zu den Mittelmeerspielen (14. Platz). Nach den beachtlichen Ergebnissen kämpft Jacquelin jetzt nach einem Vertrag für 2027. Eine Verlängerung bei Decathlon CMA-CGM ist zwar nicht ausgeschlossen, doch ein Platz im WorldTour-Team scheint unwahrscheinlich. Andere Mannschaften wie TotalEnergies, Unibet Rose Rockets oder Van Rysel Roubaix könnten jedoch an dem sportlichen und medialen Potenzial des eigentlichen Biathleten interessiert sein. Jacquelin: „Habe große Lust, Rennen zu fahren“ Eine einjährige Pause von seiner Biathlon-Karriere würde ihm die Möglichkeit lassen, 2028 zurückzukehren und sich auf die Olympischen Spiele 2030 in den französischen Alpen vorzubereiten. Im Moment scheint der Radsport für ihn Priorität zu haben. „Eine Pause machen und zurückkommen – darüber habe ich ehrlich gesagt nachgedacht“, hatte er bereits nach den Olympischen Spielen im Februar gegenüber „L’Équipe“ geäußert. „Ihr kennt meinen Wunsch, Rad zu fahren. Ich rede nicht unbedingt von einem sehr hohen Niveau, aber ich habe mir bereits eine Lizenz für die Monate April und Mai geholt. Ich habe so große Lust, Rennen zu fahren.“ Und die ist so groß, dass er wohl im kommenden Winter nicht an den Weltcup-Schießständen zu sehen sein wird.