Argentinien entgeht der Blamage gegen Kap Verde nur knapp | WM 2026

WM-Neuling Kap Verde liefert dem Weltmeister im Sechzehntelfinale einen großen Kampf. Am Ende bleibt die große Sensation aus, weil Argentinien spät zurückschlägt. Argentinien hat sich im Sechzehntelfinale der WM 2026 mit 3:2 nach Verlängerung (2:2, 1:1, 1:0) gegen Kap Verde durchgesetzt und damit gerade noch so eine Blamage verhindert. Lionel Messi hatte den amtierenden Weltmeister mit seinem siebten Turniertreffer in Führung gebracht (29. Minute), Deroy Duarte gelang der sensationelle Ausgleich für den Außenseiter (59.). In der Verlängerung schoss Lisandro Martínez Argentinien erneut in Führung (93.), Sidny Lopes Cabral glich mit einem sehenswerten Treffer aus (103.). Das letzte Wort hatte schließlich Cristian Romero, der Argentinien zum Sieg köpfte (111.). Für Kap Verde, das zum ersten Mal überhaupt bei einer WM-Endrunde dabei war, endet die bemerkenswerte Reise. Während der Gruppenphase waren die Afrikaner ohne Niederlage geblieben, landeten hinter Spanien auf dem zweiten Platz. Argentinien wiederum zieht durch den Sieg ins Achtelfinale ein. Am Dienstag wartet in Atlanta Ägypten (ab 18 Uhr im Liveticker bei t-online). So lief das Spiel Der Außenseiter Kap Verde wuchs auch in dieser Partie über sich hinaus. Genau so, wie das Team des kleinen Inselstaats in der Vorrunde schon die Ex-Weltmeister Spanien (0:0) und Uruguay (2:2) getriezt hatte, spielte es auch diesmal: mit einem massiven Verteidigungsring vor dem eigenen Strafraum. Häufig konnte sich Messi dem nur entziehen, indem er sich auf die rechte Seite oder ins Mittelfeld fallen ließ. Doch auch wenn er da an den Ball kam, stürzten sich sofort zwei „Blaue Haie“ auf ihn. Wie groß das Selbstvertrauen Kap Verdes nach einer Gruppenphase ohne Niederlage war, demonstrierte Torwart Vozinha in der 7. Minute: Da ging der 40-Jährige im eigenen Strafraum erfolgreich gegen Lautaro Martínez ins Dribbling. Doch gegen Messi verflog auch dieser Zauber irgendwann – zumindest zunächst. In der ersten Aktion nach der ersten Trinkpause traf der 39-Jährige in einer sehenswerten Abfolge von Ballannahme und Abschluss. Lisandro Martínez hatte Kap Verdes Abwehr zuvor mit einem langen Ball in den Strafraum überspielt. Was danach passierte, kannte man im bisherigen Turnierverlauf noch nicht: Denn das sehr erfahrene und sehr eingespielte argentinische Team ließ die Spielkontrolle zunehmend schleifen. Eigentlich haben Messi und Co. ein gutes Gefühl für den Rhythmus einer Partie. Doch diesmal übertrieb man es mit der Zurückhaltung. Es dauerte zwar etwas, bis Kap Verde das auch wirklich ausnutzen konnte. Die erste halbwegs gefährliche Chance gab es in der 53. Minute durch einen Fernschuss von Deroy Duarte. Doch der Außenseiter schaffte es bis zum Ausgleich, das Spiel Meter für Meter in die argentinische Hälfte zu verschieben. Der Weltmeister reagierte sofort auf diesen Schock. Die fast 50.000 argentinischen Fans wurden wieder lauter. Trainer Lionel Scaloni wechselte die beiden Offensivspieler Julian Alvarez und Nicolás González ein. Und dann begann so etwas wie ein Privatduell zwischen dem 39-jährigen Messi und dem 40-jährigen Vozinha: In der 63. Minute scheiterte Argentiniens Kapitän völlig frei vor Kap Verdes Torwart. Zehn Minuten später parierte der auch einen Freistoß des Superstars (73.) – und in der Nachspielzeit gleich den nächsten (90.+5). Argentiniens Druck wurde immer größer. Doch Kap Verdes Abwehr bekam auch immer wieder noch ein Bein dazwischen. Pico Lopes hätte so beinahe ein Eigentor erzielt (81.). In der Verlängerung passierte dann das, was aus Sicht des Außenseiters eigentlich nicht passieren durfte: ein frühes Gegentor. Man-United-Profi Martínez jagte den Ball nach einem Eckball von Messi und einer Kopfballverlängerung von Alexis Mac Allister unter die Torlatte. Der erneute Ausgleich war noch sehenswerter: Der 23-jährige Sidny von Trabzonspor schlenzte den Ball in den oberen rechten Torwinkel – und lief danach zum Jubeln bis auf die Tribüne. Argentinien drängte, das Elfmeterschießen schon vor den Augen, ehe Messis Eckball von Cristian Romero ins Tor verlängert wurde. Das Zittern ging aber noch weiter, auf der Gegenseite rettete Weltmeister-Keeper Emiliano Martínez die Führung – und den Sieg (117.).