Fifa-Boss Gianni Infantino verteidigt WM-Verkaufspläne – DFB lehnt ab

Der Fifa-Präsident verteidigt sein Vorhaben, über Investoren noch mehr Geld bei Weltmeisterschaften zu scheffeln. DFB-Boss Neuendorf nennt das Vorgehen „überaus problematisch“. Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich in einem Video des Weltverbands zu den umstrittenen Plänen geäußert, Anteile an der Fußball-WM an private Investoren zu verkaufen. Er bezeichnete das Vorhaben als freiwilliges Angebot – und stieß damit auf scharfen Widerspruch aus großen Teilen der Fußballwelt. In dem am Mittwochabend veröffentlichten Video sagte Infantino: „Es ist ein Vorschlag, ein Angebot, Teil eines demokratischen Beratungsprozesses. Es ist eine Gelegenheit, aber keine Verpflichtung.“ Pläne des Fifa-Chefs: Davon sollte selbst Infantino überrascht sein „Positive Auswirkungen“: Tschechischer Fußballverband begrüßt Infantinos Pläne Die Fifa plant die Gründung eines Tochterunternehmens namens Fifa Forward Enterprise (FFE). Es solle „alle Fifa-Wettbewerbe verwalten und vermarkten“ – allerdings nur mit Zustimmung der Mehrheit der 211 Nationalverbände sowie des Fifa-Councils. Infantino verspreche sich davon die „Erschließung bisher nicht realisierter Werte“. Die kommerzielle Seite des Fußballs zu stärken, sei „der logische nächste Schritt“. DFB-Präsident stellt sich gegen Infantinos Pläne Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Infantino den Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt haben. Eine einfache Mehrheit soll ausreichen – die Verbände werden dabei mit hohen Zahlungen geködert. Von derzeit acht Millionen US-Dollar pro Vierjahreszyklus soll der Betrag laut Weltverband zunächst auf 20 Millionen und bis 2035 auf bis zu 24 Millionen US-Dollar steigen. Dazu käme optional eine Einmalzahlung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar. DFB-Präsident Bernd Neuendorf schloss sich der großen Welle der Kritik an. In einem Interview mit der Sportschau und dem ZDF sagte er: „Es ist ein fatales Zeichen, die Fußball-WM für Investoren zu öffnen. Der Fußball lebt von der Akzeptanz der Gesellschaft, wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen.“ Infantinos Pläne seien „überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig“.