Nach einer schweren Knieverletzung ist Helen Kevric zurück auf der großen Bühne. Bei der Turn-EM tritt sie aber ohne Trainer an. Am Donnerstag starten die Turn-Europameisterschaften in Zagreb. Mit dabei ist auch die 18-jährige Deutsche Helen Kevric. Es ist das erste große internationale Turnier für sie seit ihrer schweren Knieverletzung im Mai vergangenen Jahres. Das Besondere: Im Steckbrief auf der Homepage des Deutschen Turner-Bundes (DTB) bleibt die Zeile „Trainer“ leer. Kevric hat keinen Coach an ihrer Seite. In Zagreb wird Kevric nach Angaben aus dem Umfeld aushilfsweise von Tatjana Bachmayer und Anatol Ashurkov aus Chemnitz betreut. Hintergrund ist eine gescheiterte Zusammenarbeit mit Aimee Boorman, der früheren Trainerin von Simone Biles. In der „Stuttgarter Zeitung“ sagte Kevric: „Es war von Anfang an schwierig, wir haben persönlich nie zusammengefunden.“ Den Vertrag, der ursprünglich bis 2028 laufen sollte, lösten beide Seiten im März einvernehmlich auf. Auch mit LaPrise Williams, einer US-Trainerin des Schwäbischen Turner-Bundes, ging es nicht weiter. Kevric dagte dazu: „Ich verstehe mich gut mit ihr. Aber für mich gab’s keine weitere Zusammenarbeit.“ Dazu kam eine lange Pause: Drei Tage nach dem EM-Silber mit der Mannschaft bei der Heim-EM in Leipzig verletzte sich Kevric beim Sprung schwer am linken Kniescheibenband. Es folgten Operation und Reha. „Es war eine harte Zeit“, sagte sie über die Monate ohne Training. Sportlich ist sie noch nicht auf dem Niveau von Paris 2024. Auf Sprung und Boden verzichtet sie in Wettkämpfen weiterhin und startet als deutsche Meisterin in Zagreb nur am Stufenbarren und am Schwebebalken. Die Qualifikation und der Mehrkampf sind für Donnerstag angesetzt.