Am Donnerstag nominiert der neue DFB-Coach zum ersten Mal seinen Kader. Am gestrigen Samstag gaben einige Kandidaten einen Einblick. Nach zahlreichen Besuchen bei den Bundesliga-Klubs erzeugte Jürgen Klopp schon vor seinem ersten Länderspiel eine Aufbruchsstimmung rund um die Nationalmannschaft. DFB-Präsident Bernd Neuendorf lobte in der Zeitung „Sport Bild“, dass der 59-Jährige „wirklich Vollgas“ gibt und Sportdirektor Rudi Völler bemerkte bei „Sport1“, dass Klopp „es nicht abwarten kann, dass es endlich losgeht“. Am Donnerstag benennt Klopp zum ersten Mal sein Team für die Nations-League-Spiele gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien. An diesem Wochenende haben bereits einige Kandidaten einen Einblick gegeben, wie der neue Bundestrainer mit ihnen plant. Baumann als Nummer eins beim DFB und was ist mit Karius? Bei Aufsteiger Schalke zeigt Loris Karius bisher starke Leistungen. Für einige TV-Experten ist er bereits jetzt ein Kandidat für das DFB-Team. Er selbst will davon nicht allzu viel wissen. „Wenn mich Leute damit in Verbindung bringen, dann ist das ja eine Auszeichnung für die Leistung, die ich bringe. Das ist toll“, sagte er am Freitagabend bei Sky. Kontakt zum Bundestrainer habe es bisher nicht gegeben. Mit Oliver Baumann hat Jürgen Klopp hingegen schon gesprochen. Das bestätigte der Torhüter der TSG Hoffenheim am Samstag nach dem 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart . Den Inhalt des Gesprächs wollte er jedoch nicht verraten. „Alles andere wird man sehen, das soll er dann machen.“ Für Baumann ist die Zeit im DFB-Team bisher eine Achterbahnfahrt. Zunächst war er die Nummer zwei, dann sollte er als gesetzter Torhüter zur WM in Nordamerika fahren, nur um dann vom überraschend zurückgeholten Manuel Neuer wieder verdrängt zu werden. Doch in der Hinsicht kann Baumann aufatmen: Neuer wird nicht erneut vom Rücktritt zurücktreten. Nico Schlotterbeck zum ersten Mal „ein bisschen kaputt“ BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck feierte 84 Tage nach seiner Verletzung im zweiten WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste am Samstag sein umjubeltes BVB-Comeback. Ob er direkt von Klopp berufen wird, wollte BVB-Sportchef Nils Book nicht verraten. „Wir haben natürlich mit dem DFB gesprochen und mit Jürgen Klopp gesprochen. Aber was dann dabei genau rauskommt, werden wir oder werdet ihr dann sehen“, blieb er vage. Denn vom Fitnesslevel ist Schlotterbeck noch nicht wieder bei 100 Prozent. „Ich war am Schluss tatsächlich zum ersten Mal in meiner Karriere ein bisschen kaputt und musste dann raus“, sagte er nach dem 3:0-Sieg über Paderborn. Gut möglich, dass er also noch geschont oder schrittweise wieder herangeführt wird. Burkhardt hofft auf Anruf und Gosens will weiter träumen Frankfurt-Stürmer Jonathan Burkhardt formuliert seine Ambitionen da schon etwas direkter. Nach seiner starken Leistung samt Tor und Vorlage beim 3:1-Sieg in Mainz hofft er auf einen Anruf des Bundestrainers. „Das wäre schon schön“, sagte er. Und passenderweise verfolgte Klopp das Spiel von der Tribüne. Zuvor war er bereits in Frankfurt beim Training zu Besuch. Seit seinem Debüt im Oktober 2024 gegen Bosnien-Herzegowina hat Burkardt erst fünf Länderspiele absolviert. Nach einer durchwachsenen Vorsaison hatte er die WM im Sommer verpasst. Doch neben dem Offensivspieler machte auch Frankfurts Torhüter Noah Atubolu mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Nadiem Amiri auf sich aufmerksam. Auch dieses Duo könnte einen Anruf von Klopp erhalten. Seinen Traum von der Nationalmannschaft hat Robin Gosens auch noch nicht aufgeben. „Solange mir da keiner sagt: ‚Höre auf zu träumen, es macht keinen Sinn mehr‘, werde ich weiter daran glauben“, sagte der Außenspieler, der am Freitagabend gegen Union Berlin einen Treffer erzielte. Viel mehr rührte er aber noch einmal die Werbetrommel für Karius. „Ich würde es ihm von ganzem Herzen gönnen, weil ich weiß, wie wichtig ihm das wäre, und auch weiß, was er da reinsteckt, um uns tagtäglich zu helfen. Wie er uns den Arsch rettet.“