Nationalmannschaft: Darum fehlt Tresoldi in Klopps erstem DFB-Aufgebot

Der neue Bundestrainer hat seinen ersten XXL-Kader bekannt gegeben – ohne Nicolò Tresoldi. Wechselt das Toptalent zum italienischen Verband? Klopp äußert sich. Insgesamt 44 Spieler hat Bundestrainer Jürgen Klopp für seine ersten Spiele mit der deutschen Nationalmannschaft nominiert. Ein Name, der in seinem Aufgebot fehlt, ist der von Nicolò Tresoldi. Ist das etwa ein aus deutscher Sicht schlechtes Zeichen im Werben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um den Mittelstürmer, um den sich auch der italienische Verband intensiv bemüht? Als t-online bei der Vorstellungspressekonferenz in Frankfurt nach dem Profi fragte, grätschte DFB-Pressesprecherin Franziska Wülle dazwischen. „Zu Tresoldi kann man sagen, dass es noch keine endgültige Entscheidung gibt. Die Tatsache, dass er hier nicht im Kader ist, heißt nicht, dass er sich gegen Deutschland entschieden hat“, sagte Wülle noch bevor Klopp antworten konnte. Der fügte dann aber gleich hinzu: „Oder gegen Italien.“ Klopp erklärte: „Für einen jungen Kerl ist das wahnsinnig schwierig. Es geht nullkommanull darum, dass er morgens aufsteht und die eine oder die andere Nationalhymne singen will. Sondern es geht um ganz viele Dinge.“ Mit einigen Überraschungen: Das ist Klopps erster DFB-Kader „Er wird Deutschlands Nummer eins sein“: Kompany überrascht mit Prognose Nicht nur Italien wirbt um DFB-Talent: Der Kampf um Tresoldi ist längst entbrannt Da sei es wenig hilfreich auf irgendeine Entscheidung zu drängen. „Wir wollen gar keinen Druck machen bei dem Burschen. Wir wollen Perspektiven aufzeigen. Nicht nur Nico, aber eben auch Nico“, so Klopp weiter. „Wenn man die Möglichkeit hat, sich da noch ein bisschen mehr Zeit zu geben, dann macht das absolut Sinn. Das war bei Nico so.“ Der 22-Jährige durchlief die deutschen Nachwuchsteams ab der U19 und bestritt 24 Spiele für die U21. Für die A-Nationalmannschaft wurde er bisher noch nicht berufen, obwohl er sich bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft im Sommer bei der in den Fokus schoss. Der 22-Jährige, der im Sommer 2025 von Zweitligist Hannover 96 zu Club Brügge gewechselt war, wurde mit dem belgischen Spitzenverein in der vergangenen Saison nämlich nicht nur Meister, sondern mit 19 Treffern auch zum Torschützenkönig der Liga. In der laufenden Spielzeit kommt Tresoldi bereits wieder auf fünf Tore in acht Pflichtspieleinsätzen. Auch Italien wirbt intensiv um Tresoldi Geboren wurde Tresoldi in Italien. Erst mit 13 Jahren zog der Stürmer nach Hannover und wurde im Alter von 18 per Einbürgerung deutscher Staatsbürger. Den italienischen Pass besitzt Tresoldi aber ebenfalls – und ist damit auch für die Südeuropäer spielberechtigt. Die versuchen schon seit Längerem, den Stürmer von der „Squadra Azzurra“ zu überzeugen. Der Kampf um Tresoldi ist längst entbrannt . Jüngst berichtete die italienische „Gazzetta dello Sport“ sogar schon von einer Entscheidung Tresoldis. Er habe sich auf die Auswahl Italiens, das Heimatland seines Vaters, festgelegt, hieß es Ende August. Doch deutsche Medien widersprachen dem Bericht, betonten, dass eine Entscheidung noch nicht getroffen worden sei. Vor wenigen Tagen ruderte anschließend auch die „Gazzetta“ wieder deutlich zurück. Zwar habe Tresoldi Italiens neuem Nationaltrainer Roberto Mancini, der seit Juli im Amt ist, vor wenigen Wochen eine Zusage gegeben, jetzt aber wieder einen Rückzieher gemacht, hieß es in dem Bericht. Tresoldi wolle vorerst weiter für die deutsche U21 spielen. Im Team von Trainer Antonio Di Salvo ist Tresoldi gesetzt. Im kommenden Jahr steht die U21-EM in Albanien und Serbien auf dem Plan. Klopp betonte an anderer Stelle der Pressekonferenz, dass alle drei Stürmer, die für die deutsche U21-Auswahl nominiert seien, problemlos auch den Angriff in seinem Kader der A-Nationalelf bilden könnten. Allen voran Tresoldi dürfte sich dabei angesprochen fühlen.