Younes Ebnoutalib ist einer von elf Neulingen im Kader der deutschen Nationalmannschaft. Im Heimatland seines Vaters löst die DFB-Nominierung Unmut aus. Jürgen Klopp hat mit seiner ersten Kaderauswahl als Bundestrainer reichlich Aufsehen erregt. Gleich 44 Profis berief er für die vier Nations-League-Partien Ende September und Anfang Oktober. Einer von elf Neulingen ist Younes Ebnoutalib. Der 23-jährige Stürmer von Eintracht Frankfurt ist eine der größten Überraschungen im Aufgebot – und seine Entscheidung für Deutschland löst in einem anderen Land Unmut aus. Denn: Ebnoutalib hätte auch für Marokko, dem Heimatland seines Vaters, auflaufen können. Nach Nicht-Nominierung: Oliver Baumann macht pikante Andeutung Effenberg über Klopps Kader: „Ein genialer Schachzug“ Der marokkanische Verband hatte intensiv um den Angreifer geworben, doch Klopp überzeugte ihn bei einem persönlichen Besuch in Frankfurt. „Ich habe sein erstes Spiel für Frankfurt gesehen und mir gedacht: Wo haben die den her?“, erklärte Klopp. „Seine Art zu spielen, seine Bereitschaft, seine Schlauheit auf der letzten Linie, ist außergewöhnlich.“ Für den Bundestrainer und sein Team war schnell klar, dass Ebnoutalib nominiert werden muss. Marokkos Nationaltrainer Mohamed Ouahbi hatte zuvor versucht, Ebnoutalib für sein Team zu gewinnen und betonte, dass der Spieler eine Berufung verdient hätte. Dennoch entschied sich der Stürmer für den DFB . Laut „Bild“ soll der marokkanische Verband sogar noch eine offizielle Einladung für die Afrika-Cup-Qualifikation verschickt haben, obwohl Ebnoutalib bereits abgesagt hatte. Fan-Video bringt Klopp zum Schmunzeln Ouahbi zeigte sich enttäuscht, stichelte ein wenig: „Wir stehen auf Platz sechs der Weltrangliste und machen weiter.“ Deutschland rangiert derzeit auf Platz zwölf – doch mit Klopp an der Spitze soll sich das ändern. Ebnoutalib könnte bereits in der Nations League gegen die Niederlande (24. September in Amsterdam) oder gegen Griechenland (27. September in Augsburg) sein Debüt feiern. Da er über 21 Jahre alt ist, wäre er damit direkt festgespielt und könnte nicht mehr für Marokko auflaufen. Aufsehen erregte derweil auch ein Fan-Video, in dem Ebnoutalib seine Nominierung noch vor der offiziellen Bekanntgabe bestätigte. Klopp nahm es mit Humor: „Er hat mir das Video geschickt und sich direkt entschuldigt, dass es ihm rausgerutscht ist. Was ich da aber einfach gesehen habe, ist ein Junge, der sich wahnsinnig freut, dabei zu sein.“