DFB: Diese Stars aus dem ersten Kader müssen bei Klopp wohl zittern

Nach dem Spiel gegen Griechenland tauscht Jürgen Klopp den DFB-Kader einmal durch. Welche Spieler aus dem ersten Aufgebot im November wieder dabei sein könnten – und welche zittern müssen. Aus Augsburg berichtet William Laing Der Start in seine Amtszeit hätte für Jürgen Klopp sicherlich erfreulicher verlaufen können. Nach dem 1:1 am Donnerstag bei seinem Debüt in den Niederlanden musste der Bundestrainer mit der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Augsburg die erste Niederlage hinnehmen. Das DFB-Team unterlag Griechenland in der WWK-Arena mit 0:1. Nach zwei Partien steht Klopp in der Nations League damit bereits mit dem Rücken zur Wand. In der Tabelle ist Spitzenreiter Griechenland bereits fünf Punkte enteilt. Der Blick richtet sich für die deutsche Auswahl aber ohnehin erst einmal nach unten. Um nicht Gefahr zu laufen, aus der Liga A abzusteigen, ist ein Sieg am kommenden Donnerstag in München gegen Serbien fast schon Pflicht. Auch beim Gastspiel im griechischen Thessaloniki drei Tage später wäre wohl mindestens ein Remis nötig, besser wären aber sicherlich drei Punkte. Effenberg-Kolumne nach DFB-Niederlage: Das muss Sorgen machen „Lasst die Jungs in Ruhe“: Nach dem Fehlstart wird Klopp zur Löwenmutter Die Jagd nach etwas Zählbarem wird Klopp aber mit einem Schwung neuer Spieler angehen. Wie bereits bei der Kadernominierung angekündigt, tauscht der Bundestrainer das Aufgebot einmal kräftig durch. Nur acht Profis, die zuletzt bereits bei der Nationalmannschaft weilten, dürfen für die kommenden Partien bleiben. Der Rest hat zugunsten einer weiteren Gruppe an Nationalspielern die Heimreise angetreten. t-online ordnet ein, welche Akteure aus dem ersten Kader gute Chancen auf eine Nominierung für den nächsten DFB-Lehrgang im November haben – und welche um eine Berufung für das dann deutlich reduzierte Aufgebot zittern müssen. Ter Stegen kann sich sicher sein, Nübel mit guten Chancen Dass seine Beurteilung der Spieler nicht allein von den jeweils 90 Minuten gegen die Niederlande und Griechenland abhängt, machte Klopp auf der Pressekonferenz nach dem Spiel in Augsburg deutlich. „Aus der Woche kann ich wahnsinnig viel Positives mitnehmen, das bei mir in meiner persönlichen Bewertung genau so eingeht, aus dem Spiel nicht“, sagte der Bundestrainer und verwies damit auf die Bedeutung der Trainingseinheiten. „Und trotzdem ist es dann eben wichtig, dass wir es hatten“, ergänzte er bezüglich des Duells mit den Griechen, wohl wissend, dass in der öffentlichen Wahrnehmung am Ende in erster Linie die Leistungen auf dem Platz bei den Länderspielen zählen. In diesem Zusammenhang dürfte Marc-André ter Stegen sich seiner Nominierung im November bereits ziemlich sicher sein. Der Ajax-Torhüter, von Klopp im Vorfeld der Reise zur Nummer eins deklariert, hatte gegen die Niederlande zwischen den Pfosten gestanden. Klopp attestierte ihm im Anschluss an die Partie „eine sehr, sehr gute Leistung“. Ter Stegen hatte in seinem Spiel zwar zunächst einige Wackler gehabt, das DFB-Team dann aber mehrfach mit starken Reflexen vor dem Ausgleich bewahrt. Am späten Gegentor traf ihn keine Schuld. Alexander Nübel wiederum durfte im zweiten Spiel das DFB-Tor hüten. Auch der Schlussmann von Beşiktaş Istanbul konnte bei dem Gegentreffer nichts ausrichten. Anders als ter Stegen bekam Nübel aber auch kaum eine Chance, sich mit Paraden auszuzeichnen. Mit Finn Dahmen, der über die gesamte Länderspielpause hinweg zum DFB-Kader gehören wird, sowie Frankfurts Noah Atubolu und Bayerns Jonas Urbig hat die Konkurrenz nun die Chance, sich an Nübel in der Rangliste vorbeizuschieben. Der 29-Jährige hat zwar aufgrund seiner Erfahrung weiterhin gute Chancen, auch im November wieder dabei zu sein. Vollkommen sicher ist seine Nominierung aber nach aktuellem Stand nicht. Startelfdebütant kann punkten, Tah bleibt Abwehrchef In der Abwehr konnte vor allem Yann Aurel Bisseck punkten. Der Innenverteidiger von Inter Mailand war gegen Griechenland der beste deutsche Spieler auf dem Feld, machte bei seinem Startelfdebüt einen gefestigten Eindruck. Nach diesem Auftritt käme es überraschend, sollte Klopp in wenigen Wochen nicht erneut zum Telefonhörer greifen, um den 25-Jährigen in den Kader zu berufen. Jonathan Tah , der in Augsburg neben Bisseck in der Abwehrzentrale verteidigte, dürfte ebenfalls wieder einen Anruf erhalten. Der WM-Fahrer stand schon gegen die Niederlande über die komplette Spielzeit auf dem Rasen und agierte wie auch beim FC Bayern in der Defensive als Ruhepol. Wie schon unter Nagelsmann wird Tah wohl auch unter Klopp der Abwehrchef des DFB-Teams. Auch auf den spielstarken Nico Schlotterbeck wird der Bundestrainer im November im Normalfall kaum verzichten. Der Dortmunder gehört zunächst aber zu den Profis aus dem ersten Kader, die auch in den kommenden beiden Partien im Aufgebot sein werden. Genauso wie Philipp Treu. Der Freiburger wusste bei seinem ersten Länderspieleinsatz auf der rechten Abwehrseite zu überzeugen und erhält nun bereits die Chance, sich auf der Position festzuspielen. Dass Klopp ihn im November nicht noch einmal in den Kader berufen wird, ist schwer vorstellbar. Anders ist die Lage bei Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart . Treus Konkurrent durfte gegen Griechenland ran, erlebte aber einen unglücklichen Abend. Vor dem entscheidenden Gegentor verhinderte er die Flanke nicht. Jetzt musste Vagnoman abreisen. Zu einer Rückkehr ins DFB-Aufgebot in wenigen Wochen wird es vermutlich eher nicht kommen. Dasselbe gilt für Linksverteidiger Hennes Behrens, der vor seinem Heimpublikum in Augsburg in den Schlussminuten sein Debüt geben durfte, sowie Freiburg-Profi Max Rosenfelder, der in zwei Spielen überhaupt nicht zum Einsatz kam. Für die beiden Neulinge dürfte ihr erstes Abenteuer bei der A-Nationalmannschaft vorerst ihr letztes bleiben. Nathaniel Brown (FC Bayern), der defensiv noch Verbesserungsbedarf hat, offensiv aber in beiden Spielen Akzente setzen konnte, wird im November erneut Teil des Aufgebots sein. Bei Schade und Adeyemi geht der Blick Richtung Konkurrenz DFB-Kapitän Joshua Kimmich tat nach dem Schlusspfiff gegen Griechenland seinen Unmut kund, in den beiden verbleibenden Partien der aktuellen Länderspielpause nicht mehr Teil des deutschen Kaders zu sein. „Ich hatte bis zuletzt gehofft, zu bleiben, und wäre natürlich gerne geblieben“, sagte der Bayern-Star auf t-online-Nachfrage. Sorgen, ins Hintertreffen zu geraten, wird Kimmich sich aber keine machen müssen. Klopp wird auch in Zukunft auf den Führungsspieler setzen. Felix Nmecha konnte mit seinem Treffer gegen die Niederlande Pluspunkte sammeln. Beim Gegentor durch die Griechen ließ er sich im Zentrum aber viel zu leicht vom Torschützen Dimitrios Kourbelis austanzen. Dem BVB-Profi mangelt es an Konstanz in seinem Leistungsniveau. Aufgrund seines hohen Potenzials dürfte Klopp ihn aber im November erneut einladen. Bambasé Conté (TSG Hoffenheim), Yannik Engelhardt (SC Freiburg) und Serge Gnabry (FC Bayern) will sich der Bundestrainer noch länger anschauen. Bei ihnen könnte das Pendel in den nächsten beiden Partien noch in beide Richtungen ausschlagen, genauso wie bei Anton Stach (Leeds United), der nach zwei Einwechslungen jedoch in den kommenden Tagen keine weitere Bewährungschance erhält. Florian Wirtz (FC Liverpool), der seit Freitag zum Kader gehört, wird Klopp im November trotz anhaltender Formkrise mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu Hause lassen. Zu wertvoll sind die Geistesblitze des 23-Jährigen, mit denen er Spiele im Alleingang entscheiden kann. Einen guten Eindruck hinterließen zudem Kevin Schade (FC Brentford) und Karim Adeyemi (FC Barcelona), die in beiden Partien von Anfang an aufliefen und zu den Aktivposten zählten. Den zwei Flügelstürmern fehlte in ihren Aktionen jedoch das letzte Quäntchen Glück. Ob sie beim nächsten DFB-Lehrgang dabei sind, hängt vermutlich auch stark von den Leistungen der Konkurrenten aus dem zweiten Kader ab. Können Lennart Karl (FC Bayern), Saïd El Mala (1. FC Köln) und Derry Scherhandt (SC Freiburg) in den nächsten Partien überzeugen, sinken die Chancen für Schade und Adeyemi. Ansonsten dürfen sie die Hoffnung auf eine Nominierung weiter hochhalten. Chris Führich, der gegen die Niederlande eingewechselt wurde und durchaus gefällig agierte, befindet sich ebenfalls in der Schwebe. Der Stuttgarter hat aber wohl nur geringe Aussichten auf eine neuerliche Berufung. Gleiches gilt für Nadiem Amiri , der gegen die Niederlande von Beginn an spielte, jedoch einen schwachen Auftritt hinlegte. Der Mainzer muss nun hoffen, sich mit Top-Leistungen im Verein doch noch für das nächste Aufgebot empfehlen zu können. Rohdiamant Ebnoutalib muss noch geschliffen werden Spannend gestaltet sich die Situation bei Jamal Musiala und Kai Havertz . Qualitativ führt für Klopp an den beiden Offensivakteuren kein Weg vorbei. Aufgrund ihrer vor und während des Niederlande-Spiels erlittenen Verletzungen konnten sich aber sowohl der Bayern- als auch der Arsenal-Profi nicht wirklich zeigen. Eine Nominierung für den November wird letztlich auch mit ihrem Gesundheits- und Fitnesszustand in Zusammenhang stehen. Gibt es dahingehend eine Freigabe, wird Klopp sie erneut ins Aufgebot holen. Stürmer Jonathan Burkardt kämpft noch um sein Ticket für die Spiele im November. Schon unter Nagelsmann spielte der Frankfurter trotz starker Trefferquote in der Bundesliga im DFB-Team nur eine Nebenrolle, brachte seine Qualitäten zu wenig ein. Gegen Griechenland setzte sich dieser Trend nach Einwechslung fort. Will Burkardt auch künftig Teil der Nationalmannschaft sein, muss der ehemalige Mainzer in den verbleibenden beiden Partien beweisen, dass Klopp sich auf seinen Torinstinkt verlassen kann. Younes Ebnoutalib, der wie Burkardt in Frankfurt unter Vertrag steht, ist in dieser Hinsicht noch unverbrauchter. Der Neu-Nationalspieler erhielt von Klopp nach seinen ersten beiden Einsätzen viel Lob. Wirklich großen Einfluss hatte Ebnoutalib auf die Partien aber nicht. Zudem waren seine technischen Defizite in der Ballbehandlung unverkennbar. Der 23-Jährige bleibt ein Rohdiamant, den es zu schleifen gilt. Ob Klopp sich dieser Aufgabe bereits im November wieder annehmen wird, scheint eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.