DFB-Team: Moderatorin Lili Engels spricht offen über Nagelsmann-Kontroverse

ZDF-Reporterin Lili Engels meldet sich nach dem hitzigen Interview mit dem damaligen Bundestrainer zu Wort. Dabei äußert sie sich auch zu einem Thema, das weit über die WM hinausgeht. ZDF-Reporterin Lili Engels hat sich erstmals öffentlich zu ihrem viel diskutierten Interview mit dem damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert. Das Interview hatte Engels direkt nach dem deutschen WM-Aus gegen Paraguay (4:5 n.E.) geführt. Im Interview mit dem „Spiegel“ sagte sie: „Mit Julian Nagelsmann ist in der Situation kein Gespräch entstanden, was aber auch verständlich ist.“ Nagelsmann hatte im Interview erklärt: „Ich stehe zur Verfügung. Wenn der DFB das möchte, dann mache ich die EM 2028.“ Engels fragte daraufhin weiter nach seiner Zukunft, unter anderem aber auch nach den Heimreiseplänen des DFB. Der damalige Bundestrainer reagierte dabei spürbar genervt. Die Szene wurde am nächsten Tag in Deutschland breit diskutiert. Im „Spiegel“ äußerte sich Engels auch zur Lage von Frauen im Sport-Fernsehen. Die 29-Jährige erklärte: „Wir müssen uns stärker beweisen, um anerkannt zu werden. Wir dürfen keine Fehler machen. Bei Männern wird die Fachkompetenz vorausgesetzt, bei Frauen eher überprüft.“ Zugleich räumte Engels ein, dass es Frauen derzeit in manchen Fällen leichter falle, vor die Kamera zu kommen – und hält das für falsch: „Aber ich will mich nicht in die Opferrolle begeben. Ich höre öfter: Du hast deinen Job nur, weil du eine Frau bist. Und vielleicht ist da etwas dran: Derzeit ist es in manchen Fällen leichter, vor die Kamera zu kommen, wenn man eine Frau ist. So sollte das nicht sein. Der oder die Beste sollte den Job bekommen.“ Zum Thema Hassnachrichten gegen Frauen im Sport-TV äußerte sich Engels so: „Ich will das Problem keineswegs kleinreden. Nur weil ich weniger Hass abbekomme, heißt es nicht, dass er nicht existiert. Wir Frauen leiden unter den Verhältnissen – und wir profitieren davon. Das ist paradox. Aber das muss man aushalten.“