Der FC Bayern hat dem aufgeladenen Druck der letzten Tage standgehalten. Im Spitzenspiel am Sonntagabend konnten die Münchner einen Sieg einfahren. Eine mehr als turbulente Woche hat der FC Bayern mit einem 3:1-Sieg beim SC Freiburg beendet. In einem Spiel, das unter anderem unter dem Eindruck des Zusammenbruchs von Trainer Vincent Kompany stand, trafen Dayot Upamecano (16.), Serge Gnabry (43.) und Michael Olise (90.+5) für den Rekordmeister, Tom Bischof (82.) mit einem Eigentor für Freiburg. Der Sportclub warf in der Schlussviertelstunde alles nach vorne, wurde aber nicht belohnt. Die Bayern haben sich damit die Tabellenspitze der Bundesliga vom BVB zurückerobert. Neben den sportlich guten Nachrichten gab es auch gute Nachrichten, was Vincent Kompany angeht. „Die Rückmeldungen sind im Moment wirklich positiv“, sagte Co-Trainer Aaron Danks im Dazn-Interview vor dem Spiel. Kompanys Zustand sei stabil, betonte Danks. „Es geht ihm jeden Tag ein bisschen besser. Es werden weiterhin Untersuchungen durchgeführt. Aber ja, die Anzeichen sind wirklich positiv.“ Kompany war am Freitag zusammengebrochen, als er nach dem Abschlusstraining der Profis für das Freiburg-Spiel noch beim Training der Bayern-Amateure zuschaute. Der Notarzt musste alarmiert werden. Nach Zusammenbruch: Kompany-Vertreter gibt Gesundheitsupdate zu Bayern-Trainer Effenberg nimmt Bayern in die Pflicht: „Mal den Riegel davorschieben“ So lief das Spiel Neben Cheftrainer Kompany fehlten in Freiburg auch etliche Spieler, darunter Torwart Manuel Neuer (Sehnenreizung im Fuß), Joshua Kimmich (Trauerfall im engsten Familienkreis), Luis Díaz (Muskelbündelriss) und Aleksandar Pavlović (Wadenprobleme). Im Vergleich zum 2:2 in der Champions League gegen den FC Arsenal rückten Torhüter Jonas Urbig, Jonathan Tah , Nathaniel Brown , Lennart Karl und Michael Olise in die Startelf. Mit einem Regenschauer und rot-weißem Pyro-Qualm aus dem SC-Fanblock ging es los und doch nicht los. Weil die stark nach Silvesterfeuerwerk riechenden Schwaden den Platz vernebelten, musste der Ball ruhen. Michael Olise nutzte die zweieinhalbminütige Unterbrechung, um sein Schuhwerk zu wechseln. Offenbar eine gute Wahl: Bei einem stark ausgespielten Konter bediente er Upamecano, der ohne Gegenwehr allein auf SC-Torwart Mio Backhaus zueilte und souverän verwandelte. Mal so gar nicht im Bild war die völlig überrumpelte Freiburger Abwehr. Viel mehr als einen Brown-Schuss, den Backhaus entschärfte, gestatteten die leidenschaftlich spielenden Badener den Bayern in Hälfte eins dann fast nicht mehr. Olise entkam seinem Bewacher Jordy Makengo nur noch selten, auf dem anderen Flügel hatte Gnabry kaum Aktionen. Und Stürmer Harry Kane musste sich die Bälle phasenweise als Linksverteidiger abholen. Eine Lücke fanden die Münchner kurz vor der Pause dann aber doch noch: Brown passte perfekt in den Lauf von Gnabry, der den Ball aus spitzem Winkel Backhaus frech durch die Beine zum 2:0 schob. Bei den Freiburgern feierte Bayern-Schreck Lucas Höler als einer von fünf Neuen nach dem 0:3 in der Conference League gegen Monaco sein Startelf-Debüt in dieser Saison. Der 32 Jahre alte Stürmer traf in seiner Profikarriere schon sechsmal gegen die Münchner – und damit häufiger als gegen jeden anderen Klub. Ausbauen konnte er seine Bilanz diesmal nicht, in der 57. Minute musste er Igor Matanović weichen. Echte Torchancen sahen die SC-Fans von ihrer Elf bis dahin kaum. Mit dem Matanović-Wechsel hoffte Schuster offensiv auf mehr Durchschlagskraft. Und der kantige Stürmer prüfte Urbig prompt mit einem Flachschuss, den der Neuer-Vertreter aber festhielt. Auf der Gegenseite wischte Backhaus einen Schuss des eingewechselten Ismael Saibari zur Ecke. Die Münchner kontrollierten zwar weiter, verpassten durch Saibari, der zweimal an Backhaus scheiterte, und Upamecano aber das dritte Tor. Das rächte sich. Bischof traf nach Makengos Hereingabe ins eigene Netz, es wurde hitzig. Der ebenfalls eingewechselte Cyriaque Irié und Matanović verpassten den Ausgleich. Am Ende hielt der starke Urbig den Sieg fest. Olise sorgte dann noch nach einem Backhaus-Patzer für das 3:1.