Der Internationale Gewichtheber-Verband vergibt die WM 2030 an Moskau – als erster olympischer Fachverband seit Beginn des Krieges. Die Ukraine kündigt Konsequenzen an. Sportminister Matwij Bidnyj hat angekündigt, offizielle Beschwerden beim Weltgewichtheber-Verband IWF und beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einzureichen. Auslöser ist die Entscheidung des IWF, die Gewichtheber-Weltmeisterschaften 2030 in Moskau auszutragen. Der IWF hatte die Vergabe am Sonntag bekanntgegeben. Bidnyj meldete sich daraufhin in den sozialen Medien zu Wort: „Solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, ist es inakzeptabel, internationale Wettbewerbe auf seinem Territorium auszutragen.“ Den Beschluss nannte er zudem „besonders zynisch jetzt, da Russland am Vorabend des Winters die Angriffe auf ukrainische Städte und Energieinfrastruktur verstärkt, Menschen tötet und Europa bedroht“. Profi-Trainer im Dauerstress: Wann ist Schluss? Kompany-Zusammenbruch: Oliver Kahn wird deutlich Damit ist der IWF der erste olympische Fachverband, der Russland seit 2022 wieder die Ausrichtung eines sportlichen Weltereignisses überträgt. Das Turnier hat dabei besonderes Gewicht: Die WM 2030 dient zugleich als Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2032. Seit dem staatlich gelenkten Dopingprogramm bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi und dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 durften russische Sportler nur unter Sonderstatus-Regelungen antreten – zuletzt vereinzelt als „individuelle neutrale Athleten“. Das IOC hatte zuletzt einen Weg aufgezeigt, wie russische Athleten wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen können. Zurückhaltend reagierte der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG). Auf SID-Anfrage erklärte der Verband: „Dem BVDG ist bewusst, dass es sich um eine hochkomplexe Thematik handelt, die eine sorgfältige Prüfung und Abwägung erfordert. Gerade weil es sich um einen Präzedenzfall seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine handelt, bitten wir um Verständnis, dass eine fundierte Stellungnahme Zeit benötigt.“