Bundesliga: Stuttgart führt Bayer vor – Bremen feiert Füllkrug

Für Leverkusen gibt es gegen den VfB eine böse Überraschung. Werder klettert weiter in der Tabelle – und Gladbach tritt auf der Stelle. Ist das der Sieg, der den VfB Stuttgart nach durchwachsenem Saisonstart wieder auf Kurs bringt? Der VfB gewann am 8. Spieltag am Samstag deutlich mit 4:2 (2:1) bei Bayer Leverkusen und klettert durch den dritten Sieg dieser Bundesliga-Spielzeit vorerst auf Platz 10 der Tabelle. Leverkusen kassierte dagegen eine bittere Pleite und nach dem 0:3 bei der TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende die zweite herbe Niederlage in Folge. Werder Bremen setzte indes eine Serie fort: Durch den 2:0 (0:0)-Sieg gegen die TSG Hoffenheim sind die Norddeutschen seit nunmehr sieben Spielen in Folge ungeschlagen und neuer Tabellenvierter. Matchwinner war einmal mehr Niclas Füllkrug mit seinem Tor (57.) – der frühere deutsche Nationalspieler traf damit bereits im siebten Spiel aufeinander und stellte damit den Vereinsrekord von Rudi Völler aus der Saison 1982/83 ein. Bundesliga: Zwei Tore aberkannt, zweimal getroffen – Leipzig feiert Sieg TV-Experte warnt: Hamann rät Jungstar vor Bayern-Wechsel ab Der Tabellendritte SC Freiburg stolperte dagegen lange beim FC Augsburg , siegte aber durch ein Tor in der Schlussphase doch noch mit 2:1 (0:1) bei den Fuggerstädtern. Im Tabellenkeller tritt Borussia Mönchengladbach derweil auf der Stelle – die Fohlen trennten sich vom SC Paderborn 0:0 und bleiben Schlusslicht der Liga. Bayer Leverkusen – VfB Stuttgart Ermedin Demirović (14./65.), Jamie Leweling (22.) und Bilal El Khannouss (51.) sorgten für den dritten Saisonsieg des gnadenlos effizienten Teams von Trainer Sebastian Hoeneß , das Selbstvertrauen für das knifflige Auswärtsspiel am Dienstag in der Champions League bei Galatasaray Istanbul tankte. Für Bayer trafen Patrik Schick (29.) und Ibrahim Maza (79.), dennoch kassierte die Werkself im Kampf um die Spitzenplätze den zweiten Rückschlag in Folge. In einer hitzigen Anfangsphase arbeiteten sich die Schwaben von Minute zu Minute besser ins Spiel. Und sie schlugen eiskalt zu: Demirović nutzte die erste Chance im Nachsetzen, nachdem El Khannouss an Bayer-Torhüter Mark Flekken gescheitert war. Als sich die Rheinländer in Diskussionen mit Schiedsrichter Benjamin Brand verstrickten, legte der VfB nach: Leweling traf aus dem Gewühl nach einer Ecke. Doch in der Folge rollte eine Leverkusener Angriffswelle nach der anderen auf die Stuttgarter Defensive zu. Schick erzielte per Kopf den Anschluss – und eröffnete damit eine Bayer-Druckphase bis zur Pause. Der einmal mehr starke Maza setzte den Ball wuchtig an die Latte (33.). Stuttgart entwickelte nur noch einmal Gefahr: Auch Leweling traf den Querbalken (44.). Dazu sorgte ein unnötiges Undav-Foul für Aufsehen, das eine Rudelbildung auslöste. Brand zückte viermal Gelb. Die Bayer-Profis, deren Siegesserie zuletzt bei der TSG Hoffenheim (0:3) gerissen war, setzten ihre Drangphase zunächst fort. Doch inmitten der Bemühungen erhöhte El Khannouss mit einem Flachschuss. Der VfB konnte sich auf Torhüter Dennis Seimen verlassen – und auf Torjäger Demirović, der einen perfekten Konter über Undav problemlos vollendete. In einer weiter hitzigen Partie kamen die Rheinländer noch einmal heran. Werder Bremen – TSG Hoffenheim Eren Dinkci (82.) erhöhte nach dem Tor von Füllkrug und stellte den Sieg der Grün-Weißen sicher. Hoffenheim um Coach Christian Ilzer verpasste dagegen den dritten Bundesliga-Erfolg in Serie. Werder machte sofort Betrieb. Füllkrug legte quer auf Reis, der elf Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig traf (3.). Danach mussten die Bremer einen Rückschlag hinnehmen: Der verletzungsgeplagte Weiser musste seinen Einsatz schon frühzeitig mit einer Oberschenkelblessur beenden (16.). Zu dem Zeitpunkt hatte Hoffenheim über viel Ballbesitz ins Spiel gefunden und versuchte immer wieder, die Bremer Defensive über Verlagerungen auszuhebeln. Werder blieb tendenziell gefährlicher. Erst verpasste Arthur den Zeitpunkt zum Abschluss, dann schoss Füllkrug volley links am Tor von Oliver Baumann vorbei (25.). Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann nochmal auf der anderen Seite eng. Amos Pieper bewahrte die Gastgeber mit einer artistischen Rettungstat nach einem Kopfball von Adam Hlozek vor dem Rückstand (45.). Der Zweikampf vor der Führung durch Füllkrug nach langem Ball von Werder-Keeper Hein war dann hart – und für Schiedsrichter Tobias Reichel noch vertretbar. Der Angreifer setzte sich durch und erzielte per sattem Linksschuss seinen neunten Saisontreffer. Und sammelte damit noch einmal Pluspunkte vor der nächsten Nominierung von Bundestrainer Jürgen Klopp am 5. November. FC Augsburg – SC Freiburg Die eingewechselten Igor Matanović (66.) und Cyriaque Irié (85.) sorgten für den Sieg der Breisgauer, die nach acht Spieltagen bereits 16 Punkte gesammelt haben. Der frühere SC-Profi Michael Gregoritsch (18.) hatte den FCA zunächst in Führung gebracht. Die Mannschaft von Trainer Manuel Baum blieb letztlich aber auch im sechsten Liga-Spiel in Folge sieglos und muss zunehmend mit dem Tabellen-Mittelfeld Vorlieb nehmen. Freiburg übernahm zunächst die Kontrolle – und wurde dann doch kalt erwischt. Nachdem Derry Scherhant (7.) und Niklas Beste (14.) für die Gäste noch zu ersten Chancen gekommen waren, nutzte Gregoritsch die erste Gelegenheit der Augsburger ungehend zur Führung. Nach einer Flanke von Arijon Ibrahimović traf der Österreicher sehenswert ins lange Eck. Freiburg war nun unter Zugzwang und sammelte fleißig Ballbesitz. Die Gastgeber verteidigten aber trotz zahlreicher Ausfälle in der Innenverteidigung diszipliniert – und legten beinahe nach. Erneut war Gregoritsch (32.) im Strafraum völlig frei, doch diesmal scheiterte der Stürmer am stark reagierenden Mio Backhaus. Schuster reagierte, brachte zur Halbzeit Torjäger Matanović in die Partie – und bewies damit ein glückliches Händchen. Auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Keisuke Goto traf der Stürmer aus dem Nichts zum Ausgleich. Der ebenfalls eingewechselte Irié besorgte den Sieg. Borussia Mönchengladbach – SC Paderborn Die Borussia trieb den Ball zu Beginn immer wieder nach vorne, kam jedoch nicht in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Anschließend verloren die Hausherren ihre Zielstrebigkeit und Paderborn fand besser ins Spiel. Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam Tom Baack aus guter Position zum Abschluss, scheiterte aber an Gladbachs Schlussmann Daniel Batz (27.). Im Anschluss belebte der auffällige Robin Hack das Gladbacher Offensivspiel. Zunächst ging sein Heber über Paderborns weit herausgerückten Torhüter Nahuel Noll (31.) knapp links vorbei, dann bereitete er einen Treffer von Joe Scally vor. Schiedsrichter Timo Gerach nahm das Tor jedoch nach Ansicht der Videobilder zurück. Scally hatte seinen Arm gegen Noll zu Hilfe genommen (35.). Kurz vor der Pause kamen beide Teams zu guten Möglichkeiten. Stefano Marino (41.) und Santiago Castaneda (42.) vergaben für Paderborn. Für Gladbach scheiterte Fabio Chiarodia mit seinem Kopfball am stark reagierenden Noll, der wuchtige Nachschuss von Lukas Ullrich rauschte links vorbei (45.). Anschließend hatte Scally die Gladbacher Führung auf dem Fuß, fand jedoch in Noll seinen Meister (45.+1). Nach der Pause blieb Gladbach auf dem Gaspedal. Der Schuss von Youngster Wael Mohya (54.) wurde jedoch von der Paderborner Abwehr geblockt. In der 71. Minute hatte das Gladbach-Juwel die bis dahin beste Chance der zweiten Halbzeit, als er frei auf Noll zulief. Er brauchte aber zu lange für seinen Abschluss und wurde schließlich geblockt.