Julian Nagelsmann sucht nach dem überraschenden WM-Aus Erklärungen. Dabei beschwert er sich auch über den Schiedsrichter. 3:4 im Elfmeterschießen, das überraschende WM-Aus gegen Paraguay ist ein Schock für die deutsche Nationalmannschaft. Das gilt für eine ganze Fußballnation, im Einzelnen aber auch für Julian Nagelsmann . Unmittelbar nach dem Schlusspfiff saß er mit gesenktem Kopf wie versteinert auf der Bank. „Nichts“ sei ihm dabei durch den Kopf gegangen, sagte er bei MagentaTV. Umso mehr Worte fand der Bundestrainer für das aberkannte Tor seines Teams. Der Treffer von Jonathan Tah in der 102. Minute sei „ein reguläres Tor“ gewesen, wie Nagelsmann befand. „Es ist ein Witz, dass er das abpfeift. Keine Ahnung, was er da sieht“, legte er deutlich in Richtung des Schiedsrichters Jalal Jayed nach. Dieser hatte sich nach Einschalten des VAR die Wiederholungen angeschaut – und dabei nach eigenem Empfinden ein Foul von Waldemar Anton an Paraguays Schlussmann erkannt. Im ZDF legte der Bundestrainer nach: „Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal.“ „Möchte weitermachen“: Nagelsmann schließt Rücktritt aus ZDF-Expertin attackiert Bundestrainer: Nagelsmann hat Woltemade „gekillt“ Unabhängig von der umstrittenen Entscheidung sah der Bundestrainer „ein paar Erklärungsansätze“ für das WM-Aus. „Unser Ballbesitz war insgesamt sehr langsam“, kritisierte der Coach. „Wir hatten die Kontrolle, aber es hat der Punch gefehlt.“ Trotz der Mängel im eigenen Spiel hielt Nagelsmann fest: „Am Ende musst du trotzdem gegen Paraguay gewinnen. Das ist am Ende zu wenig.“ Zumal er seine Mannschaft in den vergangenen Tagen noch mit vollem Fokus wahrgenommen hat. „Im Training war nicht der Schlendrian drin“, betonte Nagelsmann. „Es war mehr drin“, resümierte er ernüchtert. Nagelsmann schloss mit ein paar Worten an die deutschen Anhänger: „Die Stimmung der deutschen Fans hier im Stadion war top. Sie haben nie gepfiffen, uns immer unterstützt und bis in die letzte Minute versucht, uns nach vorne zu peitschen. Großes Kompliment! Wir hätten gerne den einen oder anderen Biergarten-Abend mehr beschert.“
Julian Nagelsmann hadert mit Schiri-Entscheidung – „ein Witz“ | WM-Aus
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WM 2026: Klopp schließt Bundestrainer-Job aus
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Der TV-Experte wird nach dem deutschen WM-Aus im Sechzehntelfinale zu seinen Ambitionen auf das Amt von des Bundestrainers befragt – und gibt eine klare Antwort. Jürgen Klopp wehrt sich nach dem enttäuschenden deutschen WM-Aus gegen eine Bundestrainer-Debatte um seine Person. Was passieren müsste, dass er über den Job nachdenke, wollte Magenta-Moderator Johannes B. Kerner von Klopp wissen. „Darüber habe ich nicht nachgedacht“, sagte der 59-Jährige, der während des Turniers als Experte für den Sender arbeitet, darauf deutlich. „Ich verstehe, dass, wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, in irgendeiner Form mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment, um darüber wirklich zu sprechen – und vor allem natürlich auch nicht mit mir. Das ist jetzt eine Kuriosität, dass ich hier stehe.“ WM-Sechzehntelfinale: Drama im Elfmeterschießen – Deutschland scheidet aus „Möchte weitermachen“: Nagelsmann schließt Rücktritt aus Er fühle mit Nagelsmann: „Das Unangenehmste ist: Ich bin der einzige, der hier steht, und diese Situation schon hundertmal hatte: Nach so einem großen Traum, der geplatzt ist – ein Champions-League-Finale ist vergleichbar – da zu stehen und dann Worte zu finden.“ Er würde ihm raten: „Was jetzt im Moment gesagt wird, würde ich im Idealfall sofort wieder vergessen und am nächsten Tag fangen wir noch mal neu an.“ „Wir waren Fußball-Deutschland“ Dann wurde Klopp deutlich zur aktuellen Verfassung der DFB-Elf : Wenn der Bundestrainer nun Richtung Europameisterschaft 2028 nach seinem Ziel gefragt würde und nicht ‚Europameister“ antwortete, „dann sagen alle: Keine Ambitionen, oder was? Wir sind doch Deutschland.“ Klopp schob eindringlich nach: „Nein. Wir waren Fußball-Deutschland. Um wieder Fußball-Deutschland zu werden, müssen wir jetzt richtig ran an die Nummer. Und da geht es natürlich nicht um Namen, weder um meinen noch um Julians. Nicht am ersten Abend danach.“ Klopp betonte zu seiner aktuellen Anstellung als „Global Head of Football“ bei Red Bull: „Ich habe einen Job, den ich sehr gerne mache, und wie ich gehört habe, ist das (der Bundestrainer-Posten) kein Halbtags-Job.“ Nun seien andere Dinge wichtig: „Fakt ist: Heute ist der Tag, an dem Deutschland ausgeschieden ist, und das ist nicht der Moment, wo ich über die Personale Jürgen Klopp nachdenke. Sondern nur über das, was wir machen müssen, und das ist anstrengend genug.“
WM 2026: Deutschland wird wieder vom Schiedsrichter ein Tor geklaut
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Deutschlands WM-Aus ist verdient. Dennoch hat die Art und Weise einen mehr als bitteren Beigeschmack. Böse Erinnerungen an 2024 werden wach. Aus und vorbei. Einmal mehr schafft es Deutschland bei einer WM nicht, die selbst gesteckten Erwartungen auch nur ansatzweise zu erfüllen. Die Niederlage gegen Paraguay ist eine Blamage. Ein anderes Wort gibt es dafür nicht. Einmal mehr muss beim DFB alles hinterfragt werden – schonungslos und deutlich. Das Verrückte daran: Es hätte alles anders kommen können. Nämlich dann, wenn es nicht wieder eine Schiedsrichter-Entscheidung gegeben hätte, die einem Skandal gleichkommt. Ähnlich wie vor zwei Jahren bei der Heim-EM gegen Spanien und dem nicht gegebenen Handspiel im Strafraum gegen Marc Cucurella beim Spielstand von 1:1. Was war diesmal passiert? In der 106. Minute traf Jonathan Tah nach einem Eckball zum vermeintlichen 2:1. Kurz darauf meldete sich aber auf einmal der VAR. Es ging um ein angebliches Foul von Waldemar Anton an Paraguay-Keeper Orlando Gill. Was dann passierte, lässt auch den neutralsten Zuschauer fragend zurück. Denn Schiedsrichter Jalal Jayed gab den vermeintlichen Treffer nicht. Deutschland wurde ganz eindeutig ein Tor geklaut. WM 2026 : Jürgen Klopp ist nach deutschem WM-Aus entsetzt DFB-Elf scheidet aus : Rücktritt? Julian Nagelsmann bezieht Stellung Das sah auch der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer im ZDF so: „Für mich ist das kein Foul. Das ist handelsüblich, das kann nie und nimmer ein Foul sein. Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar.“ Sein ehemaliger Kollege Patrick Ittrich stimmte bei Magenta TV mit ein und kritisierte die Intervention des VAR: „Für mich ist das keine klare Fehlentscheidung vom Schiedsrichter.“ Der Video-Schiedsrichter hätte sich also laut Ittrich nicht melden dürfen. Hier wurde Deutschland der Führungstreffer geklaut – und damit das Weiterkommen ins Achtelfinale. Bei allem, worüber man nach dem frühen WM-Aus jetzt diskutieren wird, muss auch über dieses nicht gegebene Tor gesprochen werden. Denn eine solch gravierende Fehlentscheidung in einem solch wichtigen Spiel, darf es einfach nicht geben. Die DFB-Elf musste diese Erfahrung nun schon das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren machen.
Ex-Akademiechef Haupt übt Kritik am DFB: „Jahrelange Fehlentwicklung“
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Das überraschend frühzeitige WM-Aus legt gnadenlos offen, was dem deutschen Fußball fehlt. Der Ex-DFB-Akademiechef verweist auf große Versäumnisse. Die deutsche Nationalmannschaft ist am Montagabend im Sechzehntelfinale gegen Paraguay überraschend ausgeschieden. Damit kam die DFB-Elf zwar eine Runde weiter als bei den vergangenen beiden Turnieren, dennoch ist das Team von Julian Nagelsmann weit von den eigenen Ansprüchen entfernt. Unmittelbar nach der WM-Blamage flammten die Debatten um die personelle Aufstellung des Deutschen Fußball-Bundes auf. „Könnten es rassistisch nennen“: WM-Coach kritisiert Schweinsteiger „Holt ihn von da hinten weg“: Matthäus kritisiert Kimmich und Nagelsmann scharf Aber auch an der Qualität einzelner Spieler wurde von Experten Kritik geübt. Es scheint gehörig zu Knirschen beim DFB . Das hat auch Tobias Haupt beobachtet. Von 2018 bis 2023 arbeitete er noch als Leiter der Akademie des Deutschen Fußball-Bundes. Mittlerweile ist er Gründer und Geschäftsführer der KI-Firma Gamecode.Ai. Im Interview mit t-online analysiert er die Entwicklungen, die sich bei der WM abzeichnen. Dabei übt er auch grundlegende Kritik am DFB und verweist auf große Versäumnisse des Verbands. t-online: Herr Haupt, Lionel Messi , Kylian Mbappé , Cristiano Ronaldo , Harry Kane, Erling Haaland haben die WM 2026 bislang geprägt und zum Turnier der Superstars gemacht. Wie ist dieses Phänomen zu erklären? Tobias Haupt: Die WM zeigt sehr klar: Der Fußball lebt von besonderen Spielern, die in nur einem Moment etwas Besonderes machen können, das andere nicht können. Aber diese Superstars brauchen Räume, Abläufe, und vor allem ihre Mitspieler. Der Einzelne entscheidet den Moment. Die Mannschaft ermöglicht ihn oft erst. Mit sechs Turniertoren ist Lionel Messi der bislang überragende Spieler der WM – und das mit 39 Jahren. Wie ist das möglich? Bei Messi würde ich nie sagen, dass so etwas zu erwarten war. Dafür ist das, was er geschafft hat, zu außergewöhnlich. Dennoch ist es erklärbar. Wie? Er spielt heute anders als früher. Messi muss nicht mehr überall sein, nicht mehr jede Aktion beschleunigen. Aber er erkennt immer noch extrem früh, wann eben dieser angesprochene Moment entsteht, wann er einen gefährlichen Raum attackieren kann. Und dann ist seine Qualität weiterhin einzigartig, Weltklasse. Es geht bei ihm nicht mehr über permanente Aktionen, sondern über Timing, Wahrnehmung, Erfahrung und Präzision. Argentinien hat verstanden, wie man diese Phase seiner Karriere optimal begleitet. Und zwar? Diese Mannschaft gibt alles für ihn. Sie läuft, sichert, verschiebt, schützt Räume und gibt ihm die Freiheit, genau dort aufzutauchen, wo er den Unterschied machen kann. Jeder Einzelne im Team akzeptiert, quasi mit einem Mann weniger zu verteidigen – in dem Bewusstsein, dass sie, sobald sie den Ball erobert haben, gefühlt mit einem Mann mehr auf dem Platz stehen. Das Team hat eine klare Identität, Emotion, Intensität, Erfahrung, eine klare Rollenverteilung und eine gemeinsame Vision. Sie kämpfen nicht nur für den zweiten WM-Titel in Folge, sondern besonders auch für ihren Jahrhundertspieler. Bei der deutschen Mannschaft vermisst man einen Superstar dieser absoluten Topkategorie seit vielen Jahren – zumindest, was die Feldspieler und nicht mit Manuel Neuer die Torhüterposition betrifft. Haben Sie dafür eine Erklärung? Deutschland hatte immer viele sehr gute Spieler. Aber diese absolute Ausnahme-Kategorie ist noch einmal etwas anderes. Messi, Ronaldo, Mbappé oder Haaland verändern nicht nur Spiele, sondern über Jahre die Wahrnehmung einer Mannschaft. Und sie stammen alle nicht durch Zufall aus Systemen, in denen Talententwicklung noch einmal auf einem ganz anderen Level betrieben wird als bei uns. Im deutschen Fußball haben wir traditionell sehr viel Wert auf Kollektiv, taktisches Verhalten, Verlässlichkeit und Mentalität gelegt. Heute reicht das aber nicht mehr. Wir müssen uns bereits heute damit befassen, wie wir die Nationalspieler, die bei der übernächsten WM für unser Land auf dem Platz stehen werden, bestmöglich ausbilden. Wie genau? Wir müssen dringend davon wegkommen, dass wir junge Spieler zu früh in ein Raster drängen. Wir dürfen im deutschen Fußball nicht nur Spieler suchen, die möglichst früh möglichst wenig falsch machen. Außergewöhnliche Spieler entstehen auch dadurch, dass sie Dinge ausprobieren dürfen, die nicht sofort perfekt aussehen. Und wir müssen im deutschen Fußball schnellstmöglich auch die modernsten Technologien und insbesondere auch KI für die Talententwicklung nutzen. Eins ist klar: Der nächste deutsche Unterschiedsspieler entsteht nicht, indem wir den nächsten Messi suchen. Er entsteht, wenn Talententwicklung ganzheitlich und Spieler-zentriert gedacht wird, damit ein Spieler auf seine eigene Art außergewöhnlich werden kann und auch darf. Auch Florian Wirtz oder Jamal Musiala gehören noch nicht zu dieser absoluten Topkategorie. Trauen Sie den beiden zu, diesen Schritt noch zu schaffen? Wirtz und Musiala sind außergewöhnliche Spieler. Bei beiden darf man aber nicht vergessen, dass sie schon sehr schwere Verletzungen zu verkraften hatten und aktuell noch nicht wieder auf ihrem Leistungszenit sind. Trotzdem ist die Kategorie Messi oder Mbappé natürlich noch einmal eine andere, weil diese Spieler den Weltfußball über viele Jahre prägen. Nur werden beide jetzt nicht unbedingt jünger (schmunzelt). Für Wirtz und Musiala geht es jetzt um den nächsten Schritt. Können sie über Jahre konstant Wirkung erzeugen? Dafür brauchen sie Vertrauen, klare Rollen und ein Umfeld, das ihre Stärken schützt. Kreative Spieler brauchen Ordnung und eine klare Führungsstruktur, aber auch Freiheit. Ich traue Wirtz und Musiala den Sprung in die Weltklasse absolut zu. Wir müssen uns aber gleichzeitig die Frage stellen, ob es nicht eigentlich unser Anspruch sein müsste, viel mehr Spieler dieser Kategorie in unserem Land auszubilden – zumal Musiala auch noch in England ausgebildet wurde. Das Mittelstürmer- und Außenverteidiger-Problem in der deutschen Nationalelf besteht nach wie vor. Warum? Solche Themen entstehen nicht plötzlich oben in der A-Nationalmannschaft, sie sind das Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen. In meiner Zeit als Leiter der DFB-Akademie haben wir hier sehr konsequent gegengesteuert. In der Ausbildung, in den Vereinen, in Spielideen und in der Frage, welche Profile wir besonders fördern müssen. Ich habe sehr stark erlebt, wie anspruchsvoll es ist, Ausbildung nicht nur in Konzepten, sondern in echten Spielerprofilen zu denken. Es reicht nicht, zu sagen: Wir brauchen bessere Spieler. Wir haben bereits damals sehr konkret gefragt: Welche Positionen, welche Rollen, welche Profile braucht der Fußball von morgen? Und? Beim Mittelstürmer gab es eine Phase, in der der klassische Neuner fast ein bisschen aus der Mode geraten ist. Viele Mannschaften wollten flexible Offensivspieler, falsche Neuner, bewegliche Rollen. Das hatte Gründe, war aber natürlich zu kurz gedacht. Denn irgendwann merkt man: Ein Spieler, der Tiefe gibt, Innenverteidiger bindet, im Strafraum präsent ist und Tore macht, bleibt extrem wertvoll. Die Außenverteidiger-Position ist heute unglaublich komplex. Du musst verteidigen, aufbauen, Tempo kontrollieren, Breite geben, teilweise ins Zentrum einrücken und sofort im Gegenpressing funktionieren. Dass Joshua Kimmich dort spielen kann, sagt viel über seine Spielintelligenz. Gleichzeitig zeigt es, dass Deutschland auf dieser Position mehr natürliche Lösungen braucht. Für mich ist die Konsequenz klar. Die wäre? Wir müssen Mittelstürmer und Außenverteidiger wieder bewusster als hochwertige Spezialprofile entwickeln. Dafür sind ein konsequentes Handeln und ein großer Schulterschluss aller Beteiligten im deutschen Fußball notwendig. Beides kann ich nach wie vor nicht erkennen. Mit Nathaniel Brown gibt es zumindest auf der Linksverteidigerposition einen Lichtblick. Er gehört aus deutscher Sicht zu den positiven Überraschungen des Turniers – genau wie Felix Nmecha und Deniz Undav . Nathaniel Brown bringt etwas mit, das Deutschland auf dieser Position braucht: Dynamik, Mut und Tempo auf der Außenbahn. Bei jungen Spielern sollte man immer aufpassen, nach wenigen Spielen zu große Geschichten zu erzählen. Aber sein Start ist ein sehr gutes Signal. Felix Nmecha finde ich nicht überraschend. Er war bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten einer der zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung am meisten unterschätzten Spieler. Mit seinem Profil ist er einzigartig: Er bringt Körperlichkeit, Verbindungsspiel und vertikale Lösungen mit – gepaart mit einer unfassbaren Geschwindigkeit und Dynamik. Auch Deniz Undav ist ein Spieler mit sehr klarer Wirkung, der nicht viele Minuten braucht, um gefährlich zu werden. Das hat Undav mit drei Toren und zwei Vorlagen als Einwechselspieler bereits bewiesen. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt bislang dennoch weiterhin nur als Joker auf ihn. Es gibt Spieler, die von der Bank eine enorme Wirkung haben. Wenn ein Spiel offener wird, wenn Verteidiger müde sind und Räume größer werden, kann Undav mit seinem Timing und seiner Abschlussqualität sehr wertvoll sein. Undav liest Situationen gut und hat eine sehr gute Raumkontrolle, erkennt zweite Bälle, bewegt sich klug im Strafraum. Für mich ist er kein reiner Joker. Die Frage, wer von Anfang an spielt, wird bei einem großen Turnier aber sowieso vollkommen überschätzt. Das müssen Sie erklären. Nehmen Sie das Beispiel Mario Götze : Er war bei der WM 2014 eigentlich nur eine Randerscheinung, hat sich mit seinem Final-Tor aber unsterblich gemacht. Wenn du Weltmeister werden möchtest, nimmt jeder Einzelne im Kader eine entscheidende Rolle für den Erfolg ein. Welchen Eindruck macht die deutsche Nationalelf ansonsten bislang auf Sie? Die Mannschaft hat offensiv viele Möglichkeiten. Spieler, die zwischen den Linien auftauchen, Tempo aufnehmen, Räume besetzen und Chancen kreieren können. Für mich liegt die wichtigste Frage aber hinter dieser Offensive. Wie stabil bleibt Deutschland, wenn ein Angriff endet? Wie schnell kommt die Mannschaft wieder in ihre Ordnung? Wie gut sind die Abstände? Gegen Topteams entscheiden oft genau diese Momente, wenn du einen Ballverlust in gefährlichen Räumen hast. Der weitere Turnierverlauf wird zeigen, wie belastbar und widerstandsfähig das Team gegen stärkere Gegner insbesondere in Drucksituationen ist. Welche Trends haben Sie insgesamt bei der WM bislang beobachtet und welche Veränderungen erwarten Sie in der K.-o.-Runde? Bislang waren wenige Trends zu beobachten, die nicht bereits bei den großen Klubs während der Saison sichtbar gewesen wären. Diese WM bestätigt bislang, dass Mentalität gepaart mit individueller Qualität der entscheidende Mix ist. In der K.-o.-Runde wird alles enger, Fehler werden teurer, Räume kleiner und Entscheidungen wichtiger. Ein großes Thema ist für mich die Restverteidigung. Viele Mannschaften können gut angreifen. Die Frage ist, wie gut sie vorbereitet sind, wenn der Angriff endet. Das zweite Thema sind Rollen. Welche meinen Sie? Die besten Teams haben nicht nur gute Spieler, sondern sehr klare Aufgaben: Wer sichert? Wer öffnet Räume? Wer verbindet? Wer bekommt Freiheit? Aus meiner Sicht werden die Teams weit kommen, die den richtigen Moment für Risiko erkennen und trotzdem ihre Struktur behalten. Und die sich am besten auf Standardsituationen vorbereitet haben und diese am besten für sich nutzen können. Wer könnte möglicherweise zum heimlichen Star der WM werden? Da geht es um Spieler, die eine Mannschaft besser machen, ohne ständig im Mittelpunkt zu stehen, gewissermaßen die „unsung heroes“ (unbesungene Helden; Anm. der Red.). Spieler, die Verbindungen schaffen, Räume schließen, Balance geben. Wenn sich die deutsche Mannschaft stabilisiert, kann Felix Nmecha so ein Spieler werden. Was braucht es dafür? Wenn er Linien überspielt, körperliche Präsenz einbringt und gleichzeitig Verbindungen schafft, kann er sehr wichtig für die Balance der Mannschaft sein. Aber auch Aleksandar Pavlović ist hier essenziell. International sind für mich die Spieler spannend, die hinter den großen Offensivstars arbeiten. Bei Argentinien sind das Spieler wie Alexis Mac Allister oder Enzo Fernández, die Messi seine Freiheit ermöglichen. Bei Frankreich Aurélien Tchouaméni oder Adrien Rabiot, die hinter Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise die Ordnung halten. Der heimliche Star eines Turniers ist für mich der Spieler, durch den eine Mannschaft erst richtig funktioniert und der für sein Team den größten Wert hat – unabhängig von Toren und Assists.
Stimmen nach DFB-Aus: Kimmich macht als Kapitän weiter – Diskussionen um VAR
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[Seite=“WM-Tag 19 – Alle Meldungen vom 30. Juni“]
Seit dem 11. Juni rollt der Ball: 38 Tage lang wird in den USA, Mexiko und Kanada der neue Weltmeister ausgespielt. Erstmals gab es…
Klopp zur Bundestrainer-Frage: «Nicht der Moment»
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Julian Nagelsmann möchte als Bundestrainer nach dem WM-Aus weitermachen. Doch darüber muss der DFB entscheiden. Jürgen Klopp nimmt sich selbst aus der Verlosung – zumindest vorerst. Jürgen Klopp wehrt sich nach dem enttäuschenden deutschen WM-Aus gegen eine Bundestrainer-Debatte um seine Person. „Ich verstehe, dass mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment. Es gibt dazu nichts zu sagen“, sagte die Trainer-Ikone bei MagentaTV. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte direkt nach dem Spiel betont, er stehe weiter zur Verfügung. Die Entscheidung liegt nach dem Scheitern im Sechszehntelfinale gegen Paraguay nun beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der Vertrag von Nagelsmann läuft noch bis 2028. Klopp zufrieden im aktuellen Job Klopp ist aktuell Head of Global Soccer bei Red Bull. „Ich habe einen Job, den ich sehr gern mache. Es ist kein Tag, wo ich über die Personalie Jürgen Klopp nachdenke“, sagte der 59-Jährige. Laut dem Ex-Trainer des FC Liverpool sollten nun beim DFB Dinge angesprochen werden, die die Zukunft kreieren. „Dafür ist diese Situation vielleicht genau die richtige“, sagte Klopp.
Völler stärkt Nagelsmann den Rücken
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Nach dem WM-Aus wird über die sportliche Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann diskutiert. Das sagt der DFB-Sportdirektor dazu. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat Bundestrainer Julian Nagelsmann unmittelbar nach dem WM-Aus den Rücken gestärkt. „Ich bin immer noch überzeugt davon, dass er der Richtige ist“, sagte Völler nach dem 3:4 im Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Nagelsmann sei „die richtige Person am richtigen Ort“. Nagelsmanns Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund läuft noch bis nach der EM 2028 – ebenso wie der von Völler. „Wenn man in so einer Form ausgeschieden ist, werden es viele nicht verstehen“, sagte Völler und bekräftigte: „Ich finde immer noch, er ist ein absoluter Toptrainer.“ Jeder wisse, wie er zum Bundestrainer stehe. Nagelsmann hatte im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten. Er war damals „die Wunschlösung“ von Völler, der in der derzeit etwas mehr als 1.000 Tage währenden Amtszeit Nagelsmanns wichtigster Ansprechpartner im Verband war.
WM 2026: „Möchte weitermachen“ – Nagelsmann schließt Rücktritt aus
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Deutschland scheidet auf dramatische Art im Sechzehntelfinale der WM in den USA, Kanada und Mexiko aus. Danach spricht der Bundestrainer über seine Zukunft – und wird deutlich. Klare Ansage: Julian Nagelsmann will trotz des frühen WM-Ausscheidens der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Bundestrainer bleiben. „Ich möchte weitermachen“, sagte der 38-Jährige nach dem Aus im Sechzehntelfinale der WM gegen Paraguay bei Magenta TV. Er betonte auf die Frage, ob er sich um seine Zukunft Gedanken mache, aber auch: „Nein, das habe ich ja nicht in der eigenen Hand.“ Und weiter: „Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Wenn man das nicht möchte, dann muss man mir das sagen.“ WM-Sechzehntelfinale: Drama im Elfmeterschießen: Deutschland scheidet aus „Nie und nimmer ein Foul“: Schiri-Experte schimpft nach aberkanntem Deutschland-Tor Auf Nachfrage von Magenta-Moderator Johannes B. Kerner wiederholte Nagelsmann: „Wie gesagt: Ich stehe bereit. Aber im Fußball hat man nicht alles selbst in der Hand.“ Mehr noch: „Wenn der DFB es möchte, dann bereite ich sehr gerne auch die EM vor und die Nations League . Und wenn sie es nicht möchten, dann müssen sie es mir sagen.“ Kimmich: „Keiner von uns gibt ihm die Schuld daran“ Nagelsmanns Vertrag beim DFB läuft noch bis nach der EM 2028. Die Enttäuschung nach dem WM-Aus nun sei „extrem groß, weil ich finde, dass wir eine sehr homogene Mannschaft haben, die sich super versteht, die auch immer Gas gegeben hat im Training, und weil es sich jetzt nicht abgezeichnet hat, dass wir heute ausscheiden, auch nicht, was die Einstellung im Training angeht, da war der Fokus voll da.“ Nagelsmann zeigte sich überzeugt: „Ich glaube schon, dass mehr möglich gewesen wäre.“ Auf der Pressekonferenz dann legte Nagelsmann nach: „Ich bin keiner der wegläuft“, sagte er in der Presserunde. Es sei „nicht das erste Mal, sondern es passiert seit Längerem, dass wir solche Turniere abliefern“, analysierte der Bundestrainer. Es gebe „sicherlich ein paar grundlegende Dinge, auf die ich jetzt nicht eingehen will, die man wie auch immer, in welcher Konstellation verändern muss.“ Mehr noch: „Ich bin jetzt keiner, der hier sitzt und sagt: Ich trete jetzt zurück, nur weil wir ausgeschieden sind.“ Er wisse, „wie es in dem Geschäft läuft. Ich weiß auch, dass jetzt wahrscheinlich nicht so viele da sitzen, die das freuen würde, wenn ich weitermache. Aber ich würde trotzdem weitermachen, wenn der DFB das will.“ Schon direkt nach der Partie erhielt der Bundestrainer auch direkt Rückendeckung. Nagelsmann sei „die richtige Person am richtigen Ort“, betonte DFB-Sportdirektor Rudi Völler . Aber er sagte auch: „Ich bin nicht der DFB allein.“ Mannschaftskapitän Joshua Kimmich erklärte: „Wir wissen, dass wir auf dem Platz stehen.“ Unruhe sei jetzt normal, aber: „Keiner von uns sitzt jetzt in der Kabine und gibt ihm die Schuld daran.“ Auf die Frage, ob er glaube, dass Nagelsmann zurücktritt, antwortete der 31-Jährige klar: „Ich hoffe natürlich nicht.“ Kimmich nahm stattdessen die Mannschaft in die Pflicht: „Am Ende haben wir es leider heute verbockt.“
Venezia FC macht Bella-Kotchap zum Rekordeinkauf – Ersatz für Svoboda
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Armel Bella-Kotchap wechselt innerhalb Italiens den Verein. Der 24-Jährige, der bei der WM 2022 im deutschen Kader stand, schließt sich nach einem Jahr bei Hellas Verona dem Venezia FC…
Portugals Trainer-Assistent Ricardo Carvalho trauert um Vater | WM 2026
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Während sich Portugal auf ein schweres Spiel im Sechzehntelfinale vorbereitet, gibt es einen Trauerfall. Kurz vor dem Start in die K.-o.-Phase muss Ricardo Carvalho, Assistenztrainer der portugiesischen Nationalmannschaft , einen Schicksalsschlag zu verkraften: Der ehemalige Profi trauert um seinen Vater. Wie die französische Sportzeitung „L’Équipe“ berichtet, ist er im Alter von 69 Jahren verstorben. Der portugiesische Fußballverband schrieb am Montagabend auf X: „Wir sind bei dir. Viel Kraft, Ricardo Carvalho.“ Dazu teilte der Verband zwei Bilder: Einmal steht das Team mit gesenkten Köpfen geschlossen im Kreis, einmal umarmt Cristiano Ronaldo seinen Coach. Carvalho war am Montag noch beim Training der Nationalmannschaft zugegen, soll laut „L’Équipe“ anschließend aber für die Beerdigung in die Heimat reisen. Wann er zu Portugals Auswahl zurückkehrt, ist unklar. Der heute 48-Jährige war einst ein Weltklasse-Verteidiger, spielte unter anderem für den FC Chelsea und Real Madrid . Seit 2023 unterstützt Carvalho Nationaltrainer Roberto Martinez als Co-Trainer der Nationalmannschaft. Portugal trifft am Freitag im WM-Sechzehntelfinale auf Kroatien (ab 1 Uhr im Liveticker bei t-online).