Razzia bei Südkorea-Fußballverband: Ex-Trainer Hong Myung-bo im Fokus

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Südkoreas Nationalteam schied bei der WM in Nordamerika früh aus – nun ermittelt die Polizei gegen den eigenen Verband. Der Vorwurf hat es in sich. Die südkoreanische Polizei hat die Büros des nationalen Fußballverbands KFA in Seoul und Cheonan durchsucht und Dokumente sowie Daten von Funktionären beschlagnahmt. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der Verdacht: Der Verband soll die Ernennung von Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo im Jahr 2024 manipuliert haben. Hong soll den vorgesehenen Bewerbungsprozess nicht durchlaufen haben. Der 57-Jährige war bereits bei der WM 2014 als Nationaltrainer gescheitert. Dennoch berief ihn der KFA im Juli 2024 erneut in das Amt. Kritik vom Präsidenten nach WM-Aus Schon damals gab es erste Kritik am Ablauf der Nominierung. Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada schied Südkorea in der Gruppenphase aus. Hong trat daraufhin zurück – der öffentliche Zorn ließ sich damit aber nicht besänftigen. Auch Südkoreas Präsident Lee Jae Myung meldete sich damals auf der Plattform X zu Wort. Er sei „angesichts dieses unerwarteten Ergebnisses nicht nur verblüfft, sondern empfinde es geradezu als absurd“, schrieb er. Das Scheitern, „das bei den Bürgern Enttäuschung ausgelöst hat, scheint auf Versäumnisse in der Organisation und im Personalwesen zurückzuführen zu sein, so Lee. Seine Kritik richtete er dabei vor allem gegen die Trainerwahl des Verbands.

1. FC Köln verpflichtet DFB-Profi Kathrin Hendrich | Frauen-Bundesliga

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Kurz vor dem Start der neuen Saison gelingt Frauen-Bundesligist Köln eine Transferüberraschung. Für den FC ist es ein besonderer Deal. Am 21. August eröffnet der Meister FC Bayern bei Union Berlin die neue Saison der Frauen-Bundesliga. Knapp zwei Wochen vor dem Auftakt ist es nun aber der 1. FC Köln , der ein Ausrufezeichen setzt: Der Verein verstärkt sich völlig überraschend mit der Nationalspielerin Kathrin Hendrich , wie er am Donnerstagmorgen mitteilte. Die 34-jährige Abwehrspielerin kommt vom Chicago Stars FC, zu dem sie erst im Sommer 2025 gewechselt war. In Köln hat Hendrich einen Vertrag bis 2028 unterschrieben. „Meine Vorfreude ist riesig, ich kann es kaum erwarten, für den 1. FC Köln zu spielen“, wird die 91-fache A-Nationalspielerin in der Mitteilung des Vereins zitiert. Weltverband droht Kritikern: „Die Fifa wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen“ Es gebe „ganz viele Gründe“, warum sie sich für einen Wechsel ins Rheinland entschieden hat: „Der FC ist ein toller Verein, ich habe verfolgt, wie sich der FC entwickelt und dass der Club gerade die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt hat. Meine neue Mannschaft hat eine schöne Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und jungen Talenten und gleichzeitig noch viel Potenzial, um erfolgreich zu sein.“ Hendrich gewann schon mehrere große Titel Nicole Bender-Rummler, Kölns Direktorin Frauen- und Mädchenfußball, betonte die besondere Bedeutung für den Klub. „Mit Kathrin Hendrich haben wir erstmals in unserer Vereinsgeschichte eine aktuelle deutsche A-Nationalspielerin verpflichtet“, sagte sie. Die 34-Jährige soll dem Team künftig in mehreren Rollen helfen: „Ihre sportlichen Qualitäten sind unbestritten und mit ihrer großen Erfahrung wird sie unserer Mannschaft auf und neben dem Platz enorm weiterhelfen.“ Hendrich begann ihre Profikarriere einst bei Bayer Leverkusen , in der Folge spielte sie für Eintracht Frankfurt , den FC Bayern sowie den VfL Wolfsburg . Dabei gewann sie einmal die Champions League , einmal die Meisterschaft und viermal den DFB-Pokal. Mit den DFB-Frauen wurde sie 2022 Vizeeuropameisterin und gewann 2024 Olympia-Bronze.

Schalke 04: Neues Angebot für Becker

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Der FC Schalke 04 versucht, das Worst-Case-Szenario bei Vitalie Becker zu vermeiden. Nach Informationen der ‚WAZ‘ hat der Bundesliga-Aufsteiger dem 21-Jährigen ein verbessertes Verlängerungsangebot (…)

1. FC Heidenheim: Frank Schmidt deutet Abschied an

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Die vergangenen Bundesliga-Jahre haben Frank Schmidt beim 1. FC Heidenheim viel Kraft gekostet. Der Klub will seinen möglichen Abgang aber nicht einfach hinnehmen. Frank Schmidt hat seinen wahrscheinlichen Abschied als Trainer vom 1. FC Heidenheim am Ende dieser Saison bekräftigt. „Grundsätzlich bleibt die Aussage so stehen, dass es mutmaßlich meine letzte Saison wird“, sagte er kurz vor dem Auftakt in der 2. Fußball-Bundesliga. Bereits Ende April hatte der 52-Jährige erstmals in Aussicht gestellt, Heidenheim zum Vertragsende 2027 zu verlassen – noch bevor der Erstliga-Abstieg feststand. Dennoch hält sich Schmidt die Option eines Verbleibs beim Verein offen, denn man solle im Fußball niemals nie sagen. 19 Jahre Vereinstreue Schmidt übernahm den Trainerposten beim 1. FC Heidenheim im September 2007 und führte den Klub von der Oberliga bis in die Bundesliga . Die vergangenen beiden Jahre empfindet er dabei als besonders belastend. Abstiegskampf in der Bundesliga, Sieglos-Serien und etliche Rückschläge hätten ihm viel Kraft gekostet. Vorstandschef des 1. FC Heidenheim, Holger Sanwald will den Abschied bisher nicht als endgültig akzeptieren. „Solange er davon spricht, dass es ‚mutmaßlich‘ seine letzte Saison sein wird, werden wir uns auf jeden Fall mit allem, was wir haben, bemühen, dass er noch mal verlängert und uns mit niemand anderem beschäftigen“, sagte Sanwald. Frank Schmidts Mannschaft trifft zum Saisonstart der 2. Bundesliga am Samstag um 13 Uhr auf den Aufsteiger VfL Osnabrück .

Alexander Zverev scheitert überraschend früh in Montreal

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Alexander Zverev verliert in der zweiten Runde gegen Tallon Griekspoor in drei Sätzen. Das Aus kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt – ein großes Turnier steht kurz bevor. Beim Masters-1000-Turnier in Montreal ist Alexander Zverev bereits in der zweiten Runde ausgeschieden. Der French-Open-Sieger verlor in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen den Niederländer Tallon Griekspoor, der in der Weltrangliste auf Rang 62. geführt wird, mit 7:6 (7:3), 2:6, 4:6 – und das als Topgesetzter. Das Turnier in Montreal hatte Zverev als Vorbereitung auf die US Open geplant. Das vierte und letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt am 30. August in New York. Anders als der Deutsche sind große Namen wie Carlos Alcaraz (verletzt) sowie Jannik Sinner und Novak Djokovic (beide verzichteten freiwillig) gar nicht erst in Kanada angetreten. Wieder Schmerzen? Tennisspieler bricht in Tränen aus Nach dem überraschenden Aus ging Zverev mit sich selbst hart ins Gericht. Er hatte zu diesem Zeitpunkt seiner Vorbereitung auf die US-Open zwar keine wirklich gute Leistung erwartet, „ich hatte aber auch nicht erwartet, so schlecht zu spielen, um ehrlich zu sein“. Sein Auftritt in Montreal sei „wahrscheinlich das schlechteste Spiel der Saison“ gewesen, führte der Deutsche aus. Dennoch will er sich von der Niederlage nicht aus der Bahn werfen lassen: „Tennis hat nun mal seine Höhen und Tiefen. Ich bin sehr zufrieden damit, wie die letzten Monate gelaufen sind. Jetzt geht es darum, wieder zu dieser Form zurückzufinden.“ Vor den US-Open bietet sich Zverev noch eine Chance Auf die für ihn persönlich wichtige Spielpraxis auf höchstem Niveau muss Zverev nun aber vorerst verzichten. „Um in Topform zu sein, müssen manche Spieler mehr Runden spielen, andere hingegen weniger“, hatte er vor Turnierbeginn gesagt. „Ich gehöre definitiv zu denen, die den Wettkampf brauchen, und deshalb spiele ich.“ Im Vorfeld der US Open, wo Zverev auf Hartplatz seinen zweiten Grand-Slam-Titel gewinnen will, steht noch das Masters in Cincinnati (ab 15. August) an. Dort soll es für Zverev wieder besser laufen. Zverev-Bezwinger Griekspoor trifft unterdessen in der dritten Runde des Masters-1000-Turnier auf den Sieger der Partie zwischen dem Italiener Matteo Arnaldi und dem Ungarn Fabian Marozsan.

Gladbach will neuen Abwehr-Hünen

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Die Kaderplanung der Bundesligisten läuft auf Hochtouren. Bei Borussia Mönchengladbach könnte sich noch etwas in der Innenverteidigung tun. Borussia Mönchengladbach könnte sich in der Schweizer Super (…)

FIFA stellt sich hinter Infantino

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Die FIFA spricht Gianni Infantino ihre Unterstützung aus. „Im Anschluss an ein Treffen in Rabat (Marokko) bekräftigten der FIFA-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder der FIFA-Geschäftsleitung (…)

Wegen Trainerwahl: Razzia bei südkoreanischem Fußballverband

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Südkoreas Polizei ermittelt gegen den Fußballverband wegen der umstrittenen Ernennung von Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo. Seit dem WM-Aus steht der 57-Jährige massiv in der Kritik. Die südkoreanische Polizei hat in den Räumlichkeiten des nationalen Fußballverbands (KFA) eine Razzia durchgeführt. Dem Verband wird vorgeworfen, den Nominierungsprozess von Ex-Nationaltrainers Hong Myung-bo manipuliert zu haben, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Bei der Razzia in den Büroräumlichkeiten des KFA in der Hauptstadt Seoul sowie in Cheonan wurden demnach Aktendokumente beschlagnahmt und Smartphone- sowie Computerdaten von ranghohen Funktionären gesichert. Die Vorwürfe sind nicht neu. Der 57-jährige Hong war schon bei der WM 2014 als Nationaltrainer des Landes gescheitert. Dennoch wurde der ehemalige Generalsekretär im Juli 2024 wieder Nationaltrainer. Beobachter mahnten damals an, dass Hong nicht den vorgesehenen Bewerbungsprozess durchlaufen habe. Diesen Sommer erhielt der Fall im Zuge der schwachen Leistung Südkoreas bei der Fußballweltmeisterschaft in Amerika erneute Aufmerksamkeit. Die „roten Teufel“, wie das Nationalteam im Volksmund genannt wird, schieden nach einer enttäuschenden Leistung frühzeitig in der Gruppenphase aus. Hong trat kurz darauf von seinem Amt zurück. Den öffentlichen Zorn konnte dies kaum beruhigen. Selbst Südkoreas Präsident forderte Konsequenzen. Er sei „angesichts dieses unerwarteten Ergebnisses nicht nur verblüfft, sondern empfinde es geradezu als absurd“, schrieb Lee Jae Myung in einem ausführlichen Statement auf der Plattform X. Das Scheitern, „das bei den Bürgern Enttäuschung ausgelöst hat, scheint auf Versäumnisse in der Organisation und im Personalwesen zurückzuführen zu sein“, kommentierte Lee, der seine Kritik vor allem auf die Wahl von Hong durch den heimischen Verband richtete.

WM-Held Vozinha in Chile gefeiert wie ein Rockstar

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Kap Verdes Torwart Vozinha war der Shootingstar bei der Fußball-WM. Nun tritt der 40-Jährige beim Fußballclub Colo Colo in Santiago de Chile eine neue Aufgabe an. Dort ist die Euphorie riesengroß. Kap Verdes WM-Held Vozinha ist bei seinem neuen Club Colo Colo Santiago de Chile mit einem großen Showprogramm empfangen worden. Mehrere Tausend Fans des chilenischen Fußball-Rekordmeisters erwarteten den Kult-Torwart bei Livemusik und Feuerwerk im Monumental-Stadion der Hauptstadt Santiago, wie in der Live-Übertragung der Zeremonie zu sehen war. „Ich wollte immer schon bei einem großen Club spielen – und als das Angebot von Colo Colo kam, hatte ich keine Zweifel“, sagte Vozinha, nachdem die Latinopop-Klänge im Stadionrund verklungen waren. Der 40-Jährige, der es bei der jüngsten Weltmeisterschaft in die FIFA-Auswahl der besten Turnier-Elf geschafft hatte, stand zuletzt beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves unter Vertrag. Nun soll er beim derzeitigen Tabellenführer der Ersten Liga Chiles bis zum Saisonende im Dezember das Tor hüten – mit der Option auf ein weiteres Jahr. Nach übereinstimmenden lokalen Medienberichten wird Vozinha bei seinem neuen Arbeitgeber monatlich umgerechnet 44.500 Euro verdienen – einen Bruchteil dessen, was viele andere WM-Teilnehmer bei ihren Vereinen kassieren. Ausnahmeregelung für Vozinha Für den Kapverdier machte der chilenische Profifußballverband ANFP sogar eine Ausnahme. So darf Vozinha, der mit vollem Namen Josimar José Évora Dias heißt, seinen mittlerweile weltbekannten Spitznamen auf dem Trikot führen, wie Colo Colos Vereinspräsident Aníbal Mosa bei einer Pressekonferenz erläuterte. Das ist in den Statuten des Verbands eigentlich nicht vorgesehen. Trikot per Fallschirmsprung eingeflogen Höhepunkt der Präsentation war der Moment, als Vozinhas Torwarttrikot von einem Fallschirmspringer ins Stadion eingeflogen wurde. Mit dem neuen Textil bekleidet drehte Vozinha unter dem begeisterten Jubel der Zuschauer eine Ehrenrunde. Bei der WM hatte der Keeper den späteren Titelträger Spanien mit Kap Verde beim 0:0 im ersten Gruppenspiel zur Verzweiflung getrieben und damit seinen Aufstieg zum Social-Media-Star eingeläutet. Vor der WM hatte er weniger als 50.000 Follower auf Instagram. Mittlerweile steht er bei rund 29,5 Millionen.

Fifa-Boss: Geheimpapier bringt Infantino unter Druck

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Während Gianni Infantino sich in Marokko unbeeindruckt von der Kritik an ihm zeigt, wird ein neues Dokument publik. Es enthüllt Erstaunliches über die geheimen Pläne der Fifa. Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa ihrem umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. „Im Anschluss an ein Treffen in Rabat bekräftigten der Fifa-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder der Fifa-Geschäftsleitung ihre uneingeschränkte Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino“, hieß es am späten Mittwochabend in einer Erklärung. Zugleich schlug die Fifa gegen ihre Kritiker zurück: „Die FIFA wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen“, hielt der Weltverband fest. „Er muss weg“: Fußball-Legende geht auf Infantino los „Falsch und irreführend: „Bot Infantino Marokko das WM-Finale an? Fifa dementiert Geld von der Klub-WM: Fifa schuldet Klubs offenbar über 200 Millionen Euro Allerdings löst ein Zeitungsbericht neuen Wirbel um den Fifa-Präsidenten aus. Es geht um ein Projekt, das schon vor längerer Zeit beerdigt werden musste: die Super League. Das Projekt des Europäischen Fußballverbands Uefa hatte 2021 eine Welle der Empörung ausgelöst. Es war die Zeit der Corona-Lockdowns, Fußball wurde häufig nur vor leeren Rängen gespielt – und dennoch zog es manchen Fan im April 2021 auf die Straße, um zu demonstrieren. Vor allem in England liefen die Anhänger Sturm. Der Protest richtete sich gegen den irrwitzigen Plan einer europäischen Eliteliga, in der nur die besten (und reichsten) Teams um die Meisterschaft spielen. Die Uefa musste dem Druck der Basis schließlich nachgeben und ließ den Plan fallen. Doch nun wird bekannt, dass offenbar auch die Fifa unter ihrem allmächtigen Boss Infantino von Anfang an bei dem Unterfangen mitmischen wollte. Wie der britische „Guardian“ berichtet, gab es bereits einen Vertragsentwurf, demgemäß die gesamte Eliteliga das Fifa-Label aufgedrückt bekommen sollte. Infantino hatte offenbar für die Super League ein sogenanntes Branding, die Übernahme der Markenrechte an dem Projekt, angestrebt. Dafür wäre er laut der Zeitung auch bereit gewesen, die nationalen Mitgliedsverbände vor den Kopf zu stoßen und der Fifa exklusive Rechte an der neuen Liga sowie einen Teil der Einnahmen zu sichern. Mitgliedsverbände hätten außen vor bleiben sollen Von einer „mindestens zwölfjährigen Partnerschaft zwischen der Fifa und der Super League“ ist in dem Dokument die Rede. Vorgeschlagen wurde offenbar ein Joint Venture zwischen Weltverband und neuer Eliteliga, allerdings sollte die Fifa deren kommerzielle Aktivitäten leiten, wie es in dem Entwurf hieß. Mit anderen Worten: Infantino hätte wohl am liebsten die Kontrolle bei der Super League übernommen. Doch die Pläne gingen laut „Guardian“ offenbar noch weiter. So stellte die Fifa unter der Führung Infantinos in Aussicht, die Fifa-Klub-WM künftig jedes Jahr stattfinden zu lassen (anstatt alle vier Jahre) – und zwar als dreiwöchiges Turnier mit einer direkten Anbindung an die neue Super League. Auch hier war es laut des Vertragsentwurfs offenbar so, dass der Plan nur von den Fifa-Gremien – in denen unter Infantino nicht mit Widerstand zu rechnen ist – beschlossen werden sollte. Die nationalen Mitgliedsverbände hätten bei der Verabschiedung des Plans demnach außen vor bleiben sollen. Vor allem hätte sich die Partnerschaft bei der Erschließung neuer Einnahmequellen auf die Fifa selbst und die erfolgreichsten Klubs beschränkt. Vereine, die hingegen nicht zur Nomenklatura des europäischen Fußballs zählen, wären mutmaßlich von den Geldtöpfen der neuen Wettbewerbe Super League und Klub-WM ferngehalten worden. Dies war damals auch die Sorge unter den Kontinentalverbänden: Sie hatten befürchtet, dass die Super League zu einer Zweiklassengesellschaft im europäischen Fußball und die Kluft zwischen einigen reichen Vereinen und dem großen Rest der Klubs noch verschärft. Angeblich wollte Infantino sich nicht mit „Institutionen“ anlegen Nachdem die Pläne für die Eliteliga im April 2021 öffentlich geworden waren, distanzierte sich Infantino beim Uefa-Kongress im schweizerischen Montreaux davon. Die Fifa lehne „die Gründung der Super League entschieden ab“, sagte der Weltfußball-Boss vor den Delegierten. Hinter den Kulissen dachte er offenbar völlig anders, wie das nun bekannt gewordene Dokument vermuten lässt. Gegenüber Vertrauten soll Infantino gesagt haben, er habe keine Absicht, sich mit den übrigen „Institutionen des Fußballs“ anzulegen, wie der „Guardian“ unter Berufung auf Fifa-Kreise berichtet. Dass an diesem Ansinnen des 54-Jährigen erhebliche Zweifel bestehen, zeigt nicht zuletzt Infantinos Vorgehen bei dem jüngst gescheiterten WM-Projekt. Das sah die Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft namens Fifa Forward Enterprise (FFE) vor. Die Gesellschaft sollte Wettbewerbe wie die WM und die Klub-WM vermarkten. Private Investoren hätten bis zu 20 Prozent der Anteile übernehmen können. Auf Grundlage einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) wollte die Fifa bis zu 4,2 Milliarden Dollar einnehmen. Zu den möglichen Investoren zählten auch Mitglieder der Familie des US-Präsidenten Donald Trump . Die Pläne hatten für viel Kritik am Fifa-Boss geführt. Dieser sah sich in den vergangenen Tagen mit schwindendem Rückhalt nicht nur durch die Uefa, sondern auch weiterer mächtiger Kontinentalverbände gegenüber. Nun versicherte sich Infantino beim Krisentreffen in Marokko zumindest des Rückhalts seines Verbands. In einem Statement der Fifa wird die „hervorragende Arbeit der FIFA-Administration“ gelobt. Der Weltverband lobt sich also selber. Er gibt jedoch zu, dass „das Vertrauen in die Organisation wiederhergestellt werden“ müsse und verspricht „gleichzeitig die Mission der weltweiten Entwicklung des Fußballs fortzusetzen“. Offenbar will man bei der Fifa nun gern zum Tagesgeschäft zurückkehren. Fifa räumt Fehler ein Zuvor war Infantino bereits im Stade El Barid in Rabat lächelnd und winkend auf der Tribüne beim Afrika-Cup-Gruppenspiel der Frauen zwischen Malawi und Sambia (0:2) gesehen worden. Direkt neben ihm saß Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström, der sich am Dienstag laut übereinstimmenden Medienberichten in einem internen Schreiben noch von Infantino distanziert haben soll. Auch postete Infantino bei Instagram ein Foto, auf dem er und Grafström mit erhobenem Daumen in die Kamera lächeln. Dazu kommentierte er: „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Ergebnisse der heutigen Sitzung die Governance der Fifa stärken und dazu beitragen werden, das Vertrauen in die Organisation wiederherzustellen.“ Der Verband ließ zudem mitteilen, dass beim Projekt FFE „Fehler unterlaufen“ seien. Intern sei das Ziel nun, die „Prozesse (…) hinsichtlich ihrer Effektivität und Effizienz“ kontinuierlich zu verbessern, hieß es in einer Stellungnahme.