Am Dienstag treffen Spanien und Frankreich im WM-Halbfinale aufeinander. Vorab löste ein ehemaliger Ministerpräsident Spaniens Ärger aus. Spanien gegen Frankreich – auf dieses Duell fiebern weltweit Millionen Fußballfans hin. Am kommenden Dienstag ist es im WM-Halbfinale soweit und der Europameister trifft auf den Titelfavoriten. Neben der Vorfreude gibt es in den Ländern aber auch Unruhe. Grund dafür ist ein Gastbeitrag des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy (2011 bis 2018) für das Online-Medium „El Debate“. Frankreich verfüge über einen „Kader von höchstem Niveau“, schrieb Rajoy und fügte an: „Allerdings ohne Franzosen.“ Eine Aussage, die aufgrund des Migrationshintergrunds mehrerer Spieler von vielen Lesern als rassistisch gewertet wurde. WM 2026: Torjäger erhält Morddrohungen nach Spiel WM-Halbfinale : Jetzt werden die Änderungen der Fifa sichtbar Auch Rajoys Amtsnachfolger Pedro Sánchez übte deutliche Kritik an den Aussagen des 71-Jährigen. „Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen. Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen“, schrieb Sánchez auf X und fügte an: „Spanien gehört denen, die es lieben und mit Leben erfüllen. Nicht denen, die es mit fremdenfeindlichen Äußerungen in Verruf bringen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren.“ Gegenwind für Mariano Rajoy: „Das sind keine ‚Entgleisungen'“ Es ist der nächste Kommentar aus dem Ausland, mit dem die französische Mannschaft zu kämpfen hat. Nach dem WM-Achtelfinale hatte sich die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla in den Sozialen Medien rassistisch geäußert, vor allem Offensivstar Kylian Mbappé ins Visier genommen. Mbappé sei ein „kolonisierter Kameruner“, der den harten Franzosen spiele, „voller Minderwertigkeitskomplexe, neureich, arrogant und hässlich“. Er gebe sich als Franzose aus, schrieb sie weiter. Auch im Fall des viel kritisierten Beitrags von Mariano Rajoy gab es deutlichen Gegenwind aus Frankreich. Aurore Bergé, Beauftragte für die Bekämpfung von Diskriminierung, beklagte „wiederholte rassistische Entgleisungen“. Naïma Moutchou, Ministerin für die Überseegebiete, teilte mit: „Das sind keine ‚Entgleisungen‘. Es ist ein systematischer und verharmloster Hass auf Frankreich und das, was es ist.“ Sie rief den französischen Fußballverband dazu auf, sich juristisch zu wehren. Auch die französische Botschaft in Madrid reagierte. „Alle Spieler der französischen Nationalmannschaft sind Franzosen“, hieß es in einer Mitteilung: „Von den 26 Spielern sind 23 in Frankreich geboren. Die drei, die im Ausland geboren wurden, sind ebenfalls Franzosen.“