Formel 1 in Italien: Furiose Aufholjagd – Antonelli schreibt Geschichte

Der traditionsreiche Grand Prix wird kurz nach dem Start von einem heftigen Crash überschattet. Als es weitergeht, beginnt die große Show des WM-Führenden. Was für ein Triumph vom WM-Führenden: Kimi Antonelli hat als erster Italiener seit 60 Jahren den Großen Preis von Italien gewonnen – und das auch noch durch eine furiose Aufholjagd von Platz 19 auf Platz eins. Der 20-Jährige gewann das Rennen in Monza vor seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell , Max Verstappen (Red Bull) fuhr auf Rang drei. Antonelli baute seine WM-Führung damit auf 66 Punkte aus. Der Youngster war wegen eines Motorenwechsels vor dem Start in der Formation zurückgestuft worden und sicherte sich doch noch den Sieg. „Unglaublich, ich bin so glücklich, hier zu stehen. Das war unvorstellbar, aber wir haben es geschafft“, sagte ein sichtlich erschöpfter wie bewegter Antonelli direkt nach dem Rennen. „Ich hätte das nicht ohne mein Team, ohne meine Familie, ohne alle, die mich unterstützen, geschafft“, erklärte er weiter – und dämpfte die Erwartungen auf den ersten WM-Titel: „Es sind noch einige Rennen zu fahren.“ Zweimal Gelb-Rot: Hertha holt sich Platz eins – Heidenheim ungewohnt Vor Rennen in Italien: Vettel fährt Schumachers Ferrari – und hat Tränen in den Augen Dabei wurde das Rennen schon kurz nach dem Start lange unterbrochen, nachdem Ferrari-Pilot Charles Leclerc abgeflogen und heftig gecrasht war. Nico Hülkenberg im Audi verpasste als Zwölfter die Punkteränge. So lief das Rennen Am Start kam es zum harten Duell zwischen Hamilton und Teamgefährte Charles Leclerc, der Brite geriet neben die Strecke und fiel ins Mittelfeld zurück. Wenig später kam es noch schlimmer, als Leclerc in der berühmten Parabolica-Kurve die Kontrolle über sein Auto verlor und heftig seitlich in die Streckenbegrenzung krachte. Anscheinend unter Schmerzen kauerte der Monegasse danach am Rand der Piste, die Rennleitung unterbrach den Grand Prix. So manchem Ferrari-Fan liefen Tränen über die Wangen. Immerhin meldete das Team bald: „Charles hat die Streckenklinik verlassen. Er ist okay.“ Nach einer halben Stunde Pause für die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle gab es den Neustart. Ganz vorn war nun Russell, der Gasly vor dem Crash von der Spitze verdrängt hatte. Nach wenigen Metern überholte auch Verstappen den Alpine-Fahrer, der in der Folge durchgereicht wurde. Strittige Szene mit Teamkollege Russell Dagegen ging es für Antonelli rasant nach vorn. Schon vor der Renn-Unterbrechung war er von Startplatz 19 auf 12 gerast. Nach dem Neustart zog er unwiderstehlich in Richtung Podium, nach 13 Runden war Antonelli Dritter – und dabei auch schon vorbei an WM-Rivale Hamilton. In Runde 18 übernahm der Italiener sogar die Führung. Die Statistiker kamen beim Zählen der Überholmanöver im Feld kaum noch hinterher. Mehrfach tauschten Antonelli und Russell Platz eins. Mercedes-Teamchef Toto Wolff geriet in der Garage ins Schwitzen angesichts des harten Zweikampfs – und ließ irgendwann die beiden Streithähne zur Ordnung rufen. Als Lance Stroll seinen defekten Aston Martin abstellen musste, nutzten Antonelli und Verstappen ein virtuelles Safety-Car zum zeitsparenden Boxenstopp. Russell mühte sich vorn, sein Polster zu sichern. Doch Antonelli kam unwiderstehlich näher. Beim ersten Überholversuch rutschte der Italiener noch in den Kies und beschwerte sich kurz. Am Ende aber ließ er sich nicht mehr aufhalten.