Verbandspräsident Samuel Eto’o soll eine Antrittsprämie für ein Spiel auf sein persönliches Konto eingezahlt haben. Sein enges Verhältnis zu Fifa-Präsident Infantino wirft dabei Fragen auf. Die britische Zeitung „The Times“ erhebt schwere Vorwürfe gegen Samuel Eto’o. Der Präsident des kamerunischen Fußballverbands soll rund 568.000 Euro aus einer russischen Spielgebühr auf sein persönliches Konto bei der Qatar National Bank in Doha eingezahlt haben – ohne das Geld an den Verband weiterzuleiten. Bei dem Geld soll es sich um die Antrittsgebühr für ein Freundschaftsspiel zwischen Russland und Kamerun handeln. Die Partie fand im Oktober 2023 in Moskau statt – zu einem Zeitpunkt, als Russland bereits von offiziellen Fifa- und Uefa-Wettbewerben ausgeschlossen war. Die „Times“ habe Rechnungen und Verträge eingesehen, aus denen zwei Zahlungen in Höhe von rund 455.000 Euro und 113.000 Euro hervorgehen. Eto’o bestreitet die Vorwürfe. Schiedsrichter räumt Fehler ein: Wende um Wagner: Trainer doch gegen Bayern dabei Monatelanger Stille: Nächster Verband stellt sich gegen Infantino – mit einem Ass im Ärmel Ehemalige Führungskräfte des kamerunischen Fußballverbands, die nach eigenen Angaben von Eto’o aus der Organisation gedrängt wurden, haben vor über einem Jahr formelle Beschwerden beim Ethikkomitee der Fifa eingereicht. Seitdem habe es keinerlei Rückmeldung gegeben. Der kamerunische Journalist Guibai Gatama war von 2021 bis 2022 selbst Teil der Verbandsführung. Der „Times“ erklärte er: „Meines Wissens gibt es keine Buchhaltungs- oder Bankunterlagen, die belegen, dass die auf Samuel Eto’os Privatkonto in Katar überwiesenen Gelder anschließend auf ein offizielles Konto von Fecafoot transferiert oder in deren Buchhaltung erfasst wurden.“ Und weiter: „Die Akteure im kamerunischen Fußball interpretieren das Schweigen der Fifa als politische und institutionelle Unterstützung für Samuel Eto’o.“ Infantino ist für Eto’o „ein großer Bruder“ Damit steht die Frage im Raum, ob Eto’os enge Beziehung zu Fifa-Präsident Gianni Infantino ihn vor Konsequenzen schützt. Infantino war wegen seines Plans, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, in die Kritik geraten. Die Uefa kündigte daraufhin ein mögliches Strafverfahren gegen ihn in der Schweiz an. Die Fifa schaltete die US-Justiz ein und wirft der Uefa eine „Verleumdungskampagne“ vor. In der Fifa-Klage wird Eto’o als Unterstützer von Infantinos gescheitertem Investorenplan genannt. In einem Interview mit „France 24“ äußerte sich Eto’o über seine Beziehung zu Infantino: „In meinem Herzen ist Präsident Gianni weit über die Welt des Fußballs hinaus zu einem Bruder, einem großen Bruder, einem Freund geworden, jemandem, dessen Aufstieg wir mitverfolgt haben, jemandem, den wir unterstützt haben, mit dem wir gemeinsam Dinge aufgebaut haben, die dem Fußball dienen.“ Die Fifa betonte die Unabhängigkeit Infantinos gegenüber der Ethikkommission: „Der Fifa-Präsident hat keinen Einfluss auf die unabhängigen Fifa-Gremien. Die Fifa begrüßt legitime Kontrollen. Diese Kontrollen sind jedoch keine Lizenz, unbegründete Anschuldigungen gegen den Fifa-Präsidenten zu verbreiten.“