Ein Spanier soll die Elftal wieder flott machen. Das gefällt nicht jedem in den Niederlanden. Die neue Spielweise könnte aber passen. Dass der neue Bondscoach in den Niederlanden herzlich empfangen wurde, kann man nun wirklich nicht behaupten. Die Verpflichtung des Spaniers Xavi als Nachfolger des nach der WM-Enttäuschung zurückgetretenen Ronald Koeman löste im deutschen Nachbarland keine Jubelstürme aus. Ein ausländischer Coach für die Elftal – das gefiel den stolzen Niederländern nicht wirklich. Doch weil Wunschkandidat Arne Slot nach seiner Entlassung beim FC Liverpool lieber auf das nächste Angebot eines internationalen Topclubs warten will und Peter Bosz weiter den niederländischen Fußballmeister PSV Eindhoven trainiert, zauberte Sportdirektor Nigel de Jong die FC-Barcelona-Ikone Xavi aus dem Hut. Klopp hält Xavi für gute Lösung Eine Verpflichtung, die Bundestrainer Jürgen Klopp nachvollziehen kann. Xavi und Oranje, das könnte gut passen, meint Klopp. „Barcelona und Holland, gar nicht so weit auseinander von der Spielidee, sagen wir mal so“, sagte der Nachfolger von Julian Nagelsmann vor seinem Debüt gegen Xavi am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in der Nations League in der Johan Cruyff Arena von Amsterdam. Der FC Barcelona genießt seit den Zeiten des legendären Johan Cruyff in den Niederlanden einen exzellenten Ruf. Zahlreiche Oranje-Stars standen beim spanischen Topclub unter Vertrag, auch Xavis Vorgänger Ronald Koeman hat eine Barça-Vergangenheit. Xavi selbst ist ebenfalls überzeugt, dass es zwischen ihm und Oranje klappen kann. „Ich freue mich sehr, Coach der niederländischen Nationalmannschaft zu sein“, sagte der 46-Jährige, der seit dem Ende seiner Trainertätigkeit beim FC Barcelona ohne Job war. Xavi setzt auf WM-Gerüst Voller Tatendrang stürzte sich der Spanier in seine neue Aufgabe – schließlich gibt es viel zu tun. Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko verlief für die Elftal enttäuschend. Mit Ausnahme des 5:1 im Gruppenspiel gegen Schweden zeigte der Europameister von 1988 enttäuschende Leistungen und schied in der Zwischenrunde – wie Deutschland – im Elfmeterschießen gegen Marokko aus. Dennoch setzt Xavi bei seinem ersten Kader auf das WM-Gerüst. 20 Spieler, die im Sommer bei der WM dabei waren, stehen im 26 Profis umfassenden Kader, den der Spanier für die Partie gegen Deutschland, den Doppelpack gegen Serbien und das Spiel in Griechenland nominiert hat. Kapitän bleibt Abwehrchef Virgil van Dijk. Auffallend ist lediglich das Fehlen von Rekordtorjäger Memphis Depay. Xavi will aktiven Fußball sehen Statt das Personal will Xavi lieber die Spielweise ändern, die vielen in den Niederlanden unter Koeman zu defensiv und passiv war. „Du kannst keine Ergebnisse versprechen. Aber ich kann versprechen, dass wir mit Passion und Intensität spielen werden“, kündigte er an. „Wir werden versuchen, die Initiative zu übernehmen.“ Dass dies eine Abkehr vom Koeman-Fußball ist, ist Xavi bewusst. Direkt äußern wollte er es vor dem Duell mit Deutschland nicht. „Ich habe großen Respekt vor Ronald Koeman. Ich werde nicht über die Vergangenheit reden“, sagte der Spanier. Gelingt es ihm, mit der Elftal zum in den Niederlanden seit den Johan-Cruyff-Jahren stets geforderten Voetbal totaal zurückzukehren, würde er schnell auch die Herzen der Niederländer erobern. Vielleicht ja schon gegen Deutschland.