Kompletter Fußballklub unter Geldwäsche-Verdacht

Weil sie Hehlerei betrieben haben sollen, werden zwei Fußballfunktionäre angeklagt. Auch die Mannschaft selbst soll in den Fall involviert sein. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen zwei Vereinsfunktionäre des ehemaligen Fußball-Verbandsligisten GU Türkischer SV Pforzheim erhoben. Ihnen wird Bandenhehlerei und Geldwäsche in 190 Fällen vorgeworfen. Die beiden Funktionäre sollen über sechs Jahre hinter der Fassade eines Edelmetallhandels aus verschiedenen Quellen Diebesgut in einem Gesamtwert von 50 Millionen Euro erworben, eingeschmolzen und als Edelmetalle weiterverkauft haben. Die Bargeld-Erlöse sollen sie teilweise ins Ausland gebracht haben, um das Geld dort zu waschen. Trainer-Debüt von Zinédine Zidane: Frankreich siegt knapp Nach Frankreich-Sieg: Große Sorge um Superstar Kylian Mbappé Bei mindestens einer dieser Aktionen sollen sie den Fußballverein benutzt haben: Nach Angaben des Zolls wurden die Funktionäre im vergangenen Februar am Flughafen Stuttgart erwischt. Sie sollen kurz vor dem Check-in für einen Flug nach Antalya einzelne Briefumschläge mit Beträgen zwischen 4.000 Euro und 9.900 Euro an insgesamt 27 Personen übergeben haben. Insgesamt wurden bei der Kontrolle 217.830 Euro sichergestellt. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll es sich bei den Personen um die Spieler des Fußballvereins gehandelt haben, die sich auf dem Weg in Trainingslager befanden. Die Vereinsfunktionäre sitzen in Untersuchungshaft, gegen die Spieler laufen gesonderte Verfahren. Wann der Prozess am Landgericht Mannheim eröffnet wird, ist noch unklar. Laut „Bild“ wurde dem Verein mittlerweile der Status der Gemeinnützigkeit aberkannt, weshalb er dem Finanzamt rund 200.000 Euro schuldet und Insolvenz anmelden musste. Auch der Stadt Pforzheim schulde der Klub noch rund 30.000 Euro an Pachtzins für den Fußballplatz.