Das Ticket der deutschen U21 für die EM-Endrunde im nächsten Sommer ist fast fix. Als Kapitän spielt Nicolo Tresoldi groß auf. Rudi Völler hat er nun eingeholt, nur zwei Stürmer trafen öfter. Dreifachtorschütze Nicolo Tresoldi hat die deutsche U21 nach anfänglicher Mühe über den nächsten Sieg auf dem Weg zum EM-Ticket jubeln lassen. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes setzte sich in Attard gegen Gastgeber Malta mit 4:1 (2:1) durch – und das nach einem überraschenden Rückstand. Nach dem Treffer von Basil Tuma (9. Minute) sorgten Tresoldi (11./47./69.) und Tom Rothe (32.) aber für den standesgemäßen Sieg. „Ich bin zufrieden, auch wenn das Spiel nicht überragend war“, sagte der Dreifachpacker bei ProSieben Maxx. „Am Ende sind die drei Punkte und wir haben vier Tore geschossen.“ Nur noch Herrlich und Littbarski vor Tresoldi Tresoldi ließ in der DFB-Bestenliste mit den Toren 14, 15 und 16 unter anderem DFB-Sportdirektor Rudi Völler hinter sich. „Schon nicht schlecht“, sagte er zu seiner Ausbeute. Nur Heiko Herrlich (17 Tore) und Pierre Littbarski (18) liegen noch vor ihm. Nach dem Sieg fehlt der Mannschaft von Trainer Antonio Di Salvo am Dienstag in Bielefeld noch ein Erfolg gegen Georgien, um die die Reise zur Endrunde im kommenden Sommer in Albanien und Serbien perfekt zu machen. Di Salvo veränderte sein Team nach dem 4:0 in Lettland auf acht Positionen, nur das Sturmtrio um Tresoldi blieb. Ausgerechnet die beiden Debütanten Max Weiß vom FC Burnley und Noahkai Banks vom FC Augsburg rückten beim 0:1 in den Fokus. Banks verlor nahe der Mittellinie den Ball, Weiß war gegen den allein auf ihn zulaufenden Stürmer aus der fünften englischen Liga machtlos. „Vielleicht war das 1:0 so ein Wachrüttler“, sagte Leandro Morgalla vom FC Salzburg. Zukunft offen, aber erstmals U21-Kapitän Bei der schnellen Reaktion demonstrierte Tresoldi seinen Torinstinkt. Nachdem ein Schuss von Morgalla den Pfosten getroffen hatte, war der Stürmer vom FC Brügge zur Stelle. Erstmals führte Tresoldi die deutsche U21 in Abwesenheit von Tom Bischof als Kapitän auf den Rasen. „Das ist schon was Besonderes für mich“, sagte Tresoldi, der sich noch nicht auf eine Nationalteamzukunft in Deutschland oder Italien festgelegt hat. Symptomatisch für das lange ungenaue Offensivspiel auf dem ungewohnten Kunstrasen im Centenary Stadion war das 2:1. Der Ball prallte im Malta-Strafraum hin und her – irgendwann war Rothe mit dem Kopf erfolgreich. Nach einem Kopfballtreffer und einem sehenswerten Freistoß von Tresoldi war die Partie vor rund 500 Zuschauern endgültig entschieden.