Die „Equipe Tricolore“ liegt lange hinten, ehe drei Profis von der Bank die Partie drehen – darunter ein Bayern-Star. Für die Türkei endet die Länderspielphase mit der vierten Niederlage in Folge. Bayern-Star Michael Olise hat dem französischen Nationaltrainer Zinédine Zidane den ersten Heimsieg in dessen Amtszeit beschert. Der Super-Joker besiegte Belgien am Montag beim 4:1 (0:1) mit zwei Toren und einer Vorlage im Stade de France beinahe im Alleingang. Frankreich behauptete damit die Tabellenführung in der Nations-League-Gruppe 1 und hat das Viertelfinale fest im Blick. Belgien verpasste unter dem neuen Coach Mark van Bommel eine erste Überraschung und kassierte die zweite Niederlage nach dem Hinspiel gegen Frankreich eine Woche zuvor (0:1). Dodi Lukebakio (35.) brachte den Außenseiter gegen lange ideenlose Franzosen in Führung, spät schossen die eingewechselten Désiré Doué (77.) und Rayan Cherki (81.) nach Olise-Vorbereitung ihre Mannschaft auf die Siegerstraße. Olise entschied dann auch das Spiel (88., 90.+1). Mit zehn Zählern aus vier Spielen thront Frankreich weiter an der Spitze, Belgien steht vor den letzten zwei Spielen bei sechs Punkten. Mehr als 1,5 Promille im Blut: Fußballprofi baut betrunken Unfall – und flieht Kolumne von Stefan Effenberg : „Jetzt muss Klopp seinen Spielern wehtun“ Nach Siegen in Belgien und der Türkei und einem Unentschieden bei der Heimpremiere gegen Italien wollte Zidanes Team mit dem dritten Erfolg die Weichen Richtung Viertelfinale stellen. Der Weltmeister von 1998 verzichtete dabei zunächst auf Olise und Doué (Paris Saint-Germain). Der verletzt abgereiste Kapitän Kylian Mbappé trainierte zudem bereits wieder bei seinem Verein Real Madrid , der Münchner Dayot Upamecano fehlte ebenso wie Belgiens Altstar Kevin De Bruyne gesperrt. Dennoch verbuchte der zweimalige Weltmeister zunächst die besseren Möglichkeiten. Dann schockte Lukebakio die Gastgeber: Nach einem langen Traumpass von Roméo Lavia lief der ehemalige Bundesligaprofi allein aufs Tor zu und blieb cool. Nach genau einer Stunde wechselte Zidane den Matchwinner Olise ein. Den Durchbruch suchten die Franzosen aber zunächst noch vergebens. Barcolas abgefälschter Schuss (72.) rauschte knapp vorbei. Gleich danach kam Doué in die Partie, der es wenige Minuten später aus der Distanz besser machte. Frankreich drückte aufs Tempo, Olise bediente Cherki, der Maarten Vandevoordt aus kurzer Distanz keine Chance ließ. Vierte Pleite im vierten Spiel für die Türkei Derweil schöpft Italien unter Roberto Mancini nach Jahren der Krise neue Hoffnung. Der viermalige Fußball-Weltmeister, der die vergangenen drei WM-Turniere verpasste, gewann eine Woche nach dem 4:1 in der Türkei am Montag auch das Nations-League-Rückspiel in Bologna mit 3:1 (1:0). Nach dem ebenfalls ermutigenden Unentschieden zwischendurch in Frankreich (1:1) schoss Gianluca Scamacca (26.) Italien in einem ausgeglichenen Spiel in Führung. Der Stürmer von Atalanta Bergamo traf per Dropkick unter die Latte. Aral Simsir (61.) glich mit seinem ersten Länderspieltor aus, der kurz zuvor eingewechselte Riccardo Calafiori (64.) köpfte das 2:1. Pio Esposito (88.) traf zum Endstand. Die Italiener sind mit sieben Punkten aus vier Spielen Zweiter in der Gruppe 1 der A-Liga, in der die ersten beiden Teams ins Viertelfinale einziehen. Die Türken stecken mit ihrem italienischen Nationaltrainer Vincenzo Montella hingegen weiter tief in der Krise: Sie sind nach vier Spielen punktlos – bei einem Torverhältnis von 2:10. Mancini veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Frankreich-Spiel auf neun Positionen, was den Spielfluss im Stadio Renato Dall’Ara deutlich hemmte. Die Gäste waren mindestens gleichwertig, Scamaccas Tor resultierte aus der ersten wirklichen italienischen Chance. Zuvor hatte er bereits aus Abseitsposition getroffen (25.). Das Gegentor konterten die Gastgeber dann umgehend. Italien empfängt am 12. November zunächst Frankreich zum Rückspiel, es folgt die Revanche in Belgien für das 0:2 zum Auftakt.