2. Bundesliga: Hertha BSC lässt in Kiel erstmals Punkte liegen

Tabellenführer Hertha BSC geht zum ersten Mal in dieser Saison nicht als Sieger vom Platz. Der Verfolger patzt aber ebenfalls. Hertha BSC hat den Startrekord in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Nach sieben Siegen aus sieben Spielen kam der Hauptstadtklub am Freitagabend zum Auftakt in den 8. Spieltag bei Holstein Kiel nicht über ein 0:0 hinaus. Der alleinige Startrekord der Liga gehört damit weiterhin Hannover 96 , die Niedersachsen hatten 1986/87 die ersten acht Begegnungen gewonnen. Zwar agierte der Tabellenführer über weite Strecken der Partie dominant, seine Torchancen konnte der Klub gegen gut verteidigende Kieler aber nicht nutzen. Der Vorsprung der Hertha an der Tabellenspitze schmilzt dennoch nicht: Mit dem 1. FC Nürnberg kam auch der erste Verfolger im Parallelspiel bei Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Hertha steht mit nun 22 Punkten weiter vier Zähler vor dem „Club“. Holstein Kiel – Hertha BSC Das Berliner Problem war die Chancenverwertung. Gleich dreimal musste Holstein-Torwart Timon Weiner gegen Oluwaseun Adewumi (11./15.) und Sebastian Grönning (31.) retten. Die Kieler steigerten sich jedoch und hatten sogar die beste Chance der ersten Halbzeit: Per Kopfball scheiterte Phil Harres an Hertha-Keeper Marius Gersbeck (42.). Pech für Holstein war, dass das Saisondebüt von Sebastian Schonlau schon in der 50. Minute endete. Der frühere HSV-Kapitän verletzte sich erneut am Oberschenkel. Hertha hätte danach in Führung gehen müssen. Doch erst scheiterte Adewumi nach langem Sprint ein drittes Mal an Weiner (53.). Dann köpfte Grönning den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten (59.). Auch Luca Schuler vergab in der Schlussphase noch eine Großchance (83.). Energie Cottbus – 1. FC Nürnberg Der 1. FC Nürnberg ist bei Aufsteiger Energie Cottbus nur zu einem hart erkämpften Punkt gekommen und muss zusätzlich noch um Top-Torjäger Mohamed Ali Zoma bangen. Die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose spielte bei den Brandenburgern 1:1 (0:0). Der Tabellenzweite aus Franken verpasste es, den Abstand auf Hertha BSC zu verkleinern. Zoma, mit sieben Treffern bisher bester Torjäger der Liga, musste in der ersten Halbzeit (33. Minute) verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Nürnbergs Styopa Mkrtchyan (79.) glich den Führungstreffer von Justin Butler (56.) aus. Vor der Partie in Cottbus hatte Ex-Weltmeister Klose gewarnt, „dass mit das schwerste Spiel auf uns zukommt.“ Und tatsächlich machten die Gastgeber dem „Club“ einige Probleme. Butler traf in der neunten Minute aus bester Position den Ball nicht und verpasste kurz darauf erneut (10.). Dann fand der FCN besser ins Spiel. Zoma schoss nach einer schönen Kombination über das FCE-Tor (25.). Wenige Minuten später musste der italienische Nationalspieler dann vom Feld – begleitet vom fairen Applaus des Cottbuser Publikums. Der 22-Jährige hatte sich in der Anfangsphase an der Schulter verletzt. Kurz vor der Pause vergaben Tim Janisch und der eingewechselte William Böving die Doppelchance auf die Nürnberger Führung (37.). Doch die Hausherren blieben auch nach dem Seitenwechsel gefährlich. Einen langen Ball hinter die Abwehrkette erlief sich Leonardo Bittencourt und legte dann selbstlos für Butler auf. Der FCN blieb dran. Mit etwas Glück kam Mkrtchyan aus kurzer Distanz frei zum Schuss.