FC Bayern drohen Playoffs: Rekordmeister in Champions League unter Druck

Zwei Remis in Folge setzen den FC Bayern in der Champions League unter Druck. Ausgerechnet bei Atlético Madrid steht nun ein richtungsweisendes Spiel an. So richtig wussten die Stars des FC Bayern selbst nicht, ob sie sich nach dem 2:2 am Mittwochabend in der Championsleague gegen den FC Arsenal über das Remis gegen den Vorjahresfinalisten freuen oder doch über zwei verlorene Punkte ärgern sollten. Das war schon bei der Ehrenrunde, die die Münchner nach dem Spiel durch ihre Arena drehten, zu beobachten. Dabei hüpften sie eben nicht etwa im wie nach einem Sieg im Jubelrausch vor ihrer Fankurve umher, sondern verabschiedeten sich vergleichsweise verhalten von ihren Anhängern. Auch in den Katakomben war ein ähnlich ambivalentes Stimmungsbild zu beobachten. „Da sage ich nix dazu. Nächste Frage“: Kompany verweigert Klopp-Antwort „Absolut pietätlos“: Wegen Kimmich – Klopp redet sich in Rage In den Ausführungen der bayerischen Protagonisten klang durchaus Stolz darüber mit, dass sie es trotz aller drohenden und tatsächlichen Ausfälle geschafft hatten, dem amtierenden englischen Meister auf Augenhöhe zu begegnen. Der hatte den Bayern in der vergangenen Saison in London noch die einzige Niederlage in der Ligaphase des Wettbewerbs zugefügt. „Dann ist es ärgerlich“ Und beim Wiedersehen in München mussten die Gastgeber auf unter anderem auf die Topstars Michael Olise (gesperrt), Jamal Musiala (verletzt) und Vizekapitän Joshua Kimmich , der nach einem Trauerfall in der Familie fehlte, verzichten. Mit Luis Díaz kam dann kurzfristig auch noch Olises Pendant auf dem linken Flügel nicht für einen Startelfeinsatz infrage. Immerhin Chefcoach Vincent Kompany , der in den vergangenen Tagen mit einer hartnäckigen Virusinfektion zu kämpfen hatte, konnte an die Seitenlinie zurückkehren. Trotz aller Umstände drehten die Bayern einen 0:1-Rückstand dank der Tore von Alphonso Davies (35.) und Harry Kane (Handelfmeter, 61.) in eine zwischenzeitliche 2:1-Führung. Es sei klar, analysierte Manuel Neuer , dass man „schon gegen eine Topmannschaft gespielt“ habe. „Aber, wenn du mit 2:1 führst, dann willst du es auch über die Zeit bringen“, so Neuer weiter. „Dann ist es ärgerlich, wenn du zu Hause spielst und weißt, dass du in London das letzte Spiel verloren und dir jetzt so viel vorgenommen hast.“ Trotzdem könne man nicht sagen, dass man „gegen so eine Mannschaft zwei Punkte verloren hat“. Nationalspieler Serge Gnabry sah das nach dem intensiven Duell mit seinem Topklub ähnlich. „Nach dem 2:1 dachte ich eigentlich, dass wir sie hatten.“ Acht Minuten vor dem Ende schlug Arsenal durch den Treffer von Declan Rice dann aber noch einmal zurück. „Am Ende des Tages waren es zwei Topteams, die heute aufeinandergetroffen sind“, stellte Gnabry fest. Bayern nach zwei Remis unter Druck Unter normalen Umständen hätten die Bayern sich mit dem Remis gegen die „Gunners“ wohl durchaus zufriedengeben können. Nach ihrem unerwarteten Patzer vergangene Woche bei Außenseiter Viking Stavanger (3:3) sind die Münchner nach dem zweiten Remis in Folge nun aber unter Druck geraten. Während andere Topteams wie Titelverteidiger Paris Saint-Germain, Real Madrid oder der FC Liverpool noch makellos mit neun Punkten an der Spitze stehen, finden sich die Bayern mit nur fünf Zählern in der XXL-Tabelle der Königsklasse deutlich dahinter auf Platz 14 wieder. Nur die besten acht Teams qualifizieren sich direkt fürs Achtelfinale. Die Mannschaften auf den 16 Plätzen dahinter müssen den Umweg über die Playoffs dafür nehmen. Diese unangenehme Erfahrung mussten die Bayern bereits vor zwei Jahren machen, als sie in den beiden K.o.-Spielen fast an Celtic Glasgow scheiterten und sich das Weiterkommen im Rückspiel erst in der Nachspielzeit doch noch sicherten. Die zwei zusätzlichen Spiele brachten die Münchner im Frühjahr 2025 zudem in unnötigen Terminstress, weil sie damals auch noch in den Zeitraum der entscheidenden Spiele der beiden nationalen Wettbewerbe fielen. Ein Szenario, das die Bayern in dieser Saison unbedingt vermeiden wollten. Bayern drohen die Playoffs Jetzt droht den Bayern erneut ein ähnliches Schicksal. Um ganz sicher einen Platz unter den ersten Acht zu erreichen, benötigen laut Berechnungen des Datenanbieters Opta schließlich insgesamt mindestens 17 Zähler. Mit 16 Punkten hätten sie demnach zumindest noch eine 98-prozentige Wahrscheinlichkeit, direkt weiterzukommen. Das heißt, dass sie sich an den verbleibenden fünf Spieltagen nun eigentlich keinen Patzer mehr erlauben dürfen. Und schon die nächste Königsklassenpartie hat es in sich. Anfang November müssen die Bayern im diesjährigen Finalstadion bei Atlético Madrid antreten. Damit haben sie eines der unangenehmsten Auswärtsspiele des gesamten Wettbewerbs vor sich. „Wir müssen jetzt gegen Atlético gewinnen“ In den für sie ungewohnten Gefilden der Tabelle, in denen sie sich momentan in der Liga mit insgesamt 36 Teams befinden, haben selbst die Bayern ein wenig den Überblick verloren. „Ich weiß gar nicht genau, Wievielter sind wir?“, fragte Gnabry auf die prekäre Konstellation angesprochen. „Wir haben jetzt zwei Unentschieden. Es sind immer noch genug Spiele Zeit, um oben in die Top 8 zu kommen“, befand Gnabry dann. „Wir müssen natürlich das nächste gegen Atlético jetzt mal wieder gewinnen. Und dann schauen wir weiter.“ Sportvorstand Max Eberl rechnete vor, das Bayern bislang nur die zwei Punkte in Stavanger verschenkt habe. Denn fest mit einem Sieg zu Hause gegen Arsenal zu kalkulieren, „das ist dann schon sehr, sehr ambitioniert“, sagte Eberl. „Die Ligaphase ist verdammt kompliziert, weil die Punkte sehr, sehr eng und die Mannschaften sehr, sehr eng zusammenhängen“, so Eberl weiter. „Wir müssen unsere Punkte machen ohne Frage. Es liegt an uns.“ Dass auswärts bei Atletico antreten zu müssen, „auch kein leichtes Spiel ist, wissen wir“, sagte Eberl. Es sei „eine enge Phase“, in der es aber vor den letzten beiden Spieltagen nichts bringen würde, nach den anderen Mannschaften zu schauen. „Bis dahin müssen wir unsere Punkte machen und uns eine gute Ausgangslage bringen, um im besten Fall eben unter die ersten acht zu kommen“, so Eberl. Das sei nach wie vor das Ziel. „Und wenn es dann nicht so ist, dann musst du über die Playoffs kommen.“ Es wäre definitiv der harte Weg, die Bayern dann gehen müsste. Noch haben sie es in der eigenen Hand ihn zu vermeiden.