FC Bayern: Kompany verweigert Antwort auf brisante Klopp-Frage

Jürgen Klopp äußert Zweifel an Bayerns Taktik – und löst damit eine Debatte aus. Kompany reagiert darauf auf seine ganz eigene Art. Aus München berichtet Julian Buhl Nachdem Vincent Kompany in den vergangenen Tagen mit einem hartnäckigen Virusinfekt zu kämpfen hatte, war bis zuletzt unklar, ob der Cheftrainer des FC Bayern am Mittwochabend beim 2:2 gegen den FC Arsenal überhaupt an der Seitenlinie würde stehen können. Doch der Belgier biss sich durch und coachte seine Mannschaft in dem Topspiel der Champions League gegen den Vorjahresfinalisten am Spielfeldrand. Der Belgier übernahm auch sämtliche andere obligatorischen Pflichten, die er als Chefcoach an diesem Abend in der Arena zu erfüllen hatte. Dazu gehörten auch die Interviews unmittelbar vor dem Spiel sowie seine Teilnahme an der anschließenden Pressekonferenz. Was dort teilweise erwartete, gefiel Kompany dann aber nicht wirklich. Dort wurde der Bayern-Coach auch mit brisanten Aussagen konfrontiert, die Jürgen Klopp in der Halbzeitpause beim übertragenden Streamingsender DAZN getätigt hatte. Der Bundestrainer hatte dabei zumindest indirekt die Pressingtaktik von Kompany kritisiert und erklärt, dass Bayerns Defensivverhalten und Harry Kanes Rolle im Pressing nicht vollständig verstanden habe. Damit löste Klopp Diskussionen aus, die unter anderem am Mittwochabend in der Münchner Arena bereits hitzig geführt wurden. Überraschung um Bayern-Star: Bei Luis Díaz wird Kompany plötzlich ernst „Absolut pietätlos“: Wegen Kimmich – Klopp redet sich in Rage „Da sage ich nix dazu. Nächste Frage“ Nachdem ein Reporter Klopps Aussagen auf der Pressekonferenz für Kompany ausführlich wiedergab und ihn bat, Bayerns Plan gegen den Ball zu erklären, verweigerte der Bayerntrainer die Antwort dazu. „Ja, da sage ich nix dazu. Nächste Frage“, sagte Kompany. Als einige der anwesenden Journalisten daraufhin begannen zu lachen, musste auch Kompany zumindest kurz schmunzeln. Sein Blick wurde daraufhin aber schnell wieder ernst. Als Spaß war seine knappe und für seine Verhältnisse recht schroffe Antwort jedenfalls ganz sicher nicht gemeint. Klopp hatte sich zuvor im Halbzeitinterview folgendermaßen zu Bayerns Spiel ohne Ball geäußert: „Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht. Aber ich will mich einfach weiterbilden. Mal ist es hybrid, dann Mann gegen Mann, dann nicht gegen den Mann. Ich lerne immer noch.“ „Ich bin nicht der Papst des Fußballs“ Besonders Kanes Rolle im Pressing ließ den Bundestrainer offenbar ratlos zurück. „Harry Kane ist heute überall. Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball … Wenn ich Harry Kane in der letzten Linie sehe, und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeld-Pressing. Das ist einfach für mich …“, so Klopp, der nach einer kurzen Pause hinzufügte: „Und noch mal, ich bin nicht der Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen, aber abschließend dahinter gestiegen bin ich auch nicht.“ Zumindest zwischen den Zeilen konnte man Klopps Aussagen durchaus als Kritik oder Zweifel an Bayerns Spielweise verstehen. Kane gab Kompany mit der Positionierung des Mittelstürmers aber mit der starken Leistung, die der Mittelstürmer aus teilweise weit zurückgezogener Position ablieferte recht. Das 1:1 bereitete er auf Höhe der Mittellinie mit einem überragenden Pass an die Strafraumkante direkt in den Lauf von Torschütze Alphonso Davies vor. Als Kane in der Mixed Zone darauf angesprochen wurde, sagte er: „Ich denke, das gehört schon seit einer Weile zu meinem Spiel. Ihr habt das hier bei Bayern ja schon öfter gesehen, besonders wenn ich Spieler habe, die in die Tiefe starten.“ Kane verriet, dass das durchaus zum Matchplan gehörte: Vor dem Spiel habe er zu Davies gesagt: „Immer wenn ich den Ball bekomme, soll er einfach diese Läufe machen, und ich werde versuchen, ihn zu finden.“ Das ist ihm eindrucksvoll gelungen. Und nebenbei holte Kane auch noch einen Handelfmeter raus, den er selbst verwandelte und damit im zehnten Champions-League-Spiel in Folge traf. „Der Pass selbst war auf jeden Fall einer der besten meiner Karriere“, sagte Kane, der sein Traumzuspiel mit seinem Assist im Halbfinalhinspiel der vergangenen Saison beim 4:5-Spektakel bei Paris Saint-Germain für Luis Díaz verglich. „Dieser Pass hier war ganz ähnlich, nur flach gespielt statt in die Luft. Ich wusste, dass Phonzy mit seiner Geschwindigkeit den Ball erreichen würde.“