FC Bayern: Lennart Karl in der Krise – was die Bosse intern kritisieren

Lennart Karl steckt beim FC Bayern in seiner ersten Krise. Neben dem Formtief soll es intern noch einen weiteren Grund für die Unzufriedenheit geben. Im vergangenen Jahr ging sein Stern im Topspiel des FC Bayern in der Champions League beim FC Arsenal auf. Bei der 1:3-Niederlage erzielte der 18-Jährige nach einer Traumkombination per Volleyabnahme den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Beim Wiedersehen mit dem Vorjahresfinalisten am Mittwochabend in München schienen die Vorzeichen für Karl eigentlich erneut bestens zu sein. Nach den Ausfällen von Michael Olise (gesperrt), Jamal Musiala (verletzt) und Luis Díaz (angeschlagen) schien Karl die logische Wahl für einen Startelfeinsatz auf dem rechten Flügel. Etwas überraschend setzte Chefcoach Vincent Kompany den Nationalspieler aber auf die Bank und vertraute lieber rechts auf Serge Gnabry und in der Mitte auf Neuzugang Ismael Saibari. Auf der linken Seite kam Alphonso Davies als Notlösung zum Einsatz. Nachdem Karl dann in der 68. Minute eingewechselt wurde, konnte er keine großen Akzente mehr setzen. Wie so oft schon zuletzt lief das Spiel komplett an ihm vorbei. „Verdammt kompliziert“: Jetzt droht Bayern das Worst-Case-Szenari o „Da sage ich nix dazu – nächste Frage“: Kompany verweigert Klopp-Antwort Dementsprechend enttäuscht verließ er anschließend die Allianz Arena. Sagen wollte er dabei lieber nichts, zeigte nur auf den Ausgang. Dass ihn seine Situation beschäftigt, war ihm dennoch anzumerken. Das Reden überließ er aber trotzdem anderen. Kompany verteidigt Karl: „Mache mir keine Sorgen“ Sportvorstand Max Eberl erklärte die Entscheidung von Kompany nach dem Spiel folgendermaßen: „Bei Lennart Karl ist es einfach so, dass er noch nicht sein Topniveau hat. Mit Serge und Phonzy wollten wir Tiefe haben, was ja auch funktioniert hat. Serge hatte die Chance, die er hätte machen können. Phonzy hat das Tor gemacht. Und Lennart Karl hatte dann leider nicht so oft die Eins-gegen-eins-Situationen.“ Kompany stellte sich auf der Pressekonferenz aber hinter seinen Spieler. „Er hat noch nicht wirklich seine Leistung der vergangenen Saison, das ist auch okay. Er weiß, dass wir Geduld haben. Irgendwann kommt sein Moment, wo alle wieder sehen: Das ist der Lennart Karl, den wir kennen“, sagte er. „Jetzt kein Stress, das passiert. Er ist noch jung und hatte ein paar körperliche Probleme. Er wird wieder kommen, ich mache mir keine Sorgen.“ Im Sommer zog sich Karl in der Vorbereitung der deutschen Nationalelf auf die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko einen Muskelbündelriss im linken vorderen Oberschenkel zu. Die Verletzung kostete ihn die WM-Teilnahme und zog zwölf Wochen Reha nach sich. An die starke Vorsaison mit neun Toren und acht Vorlagen knüpfte er seitdem nicht an. In neun Einsätzen dieser Saison kommt er auf ein Tor und einen Assist. Keine Partie absolvierte er über 90 Minuten, nur dreimal stand er in der Startelf. Karl steckt damit aktuell weiter im Formtief. Das sehen die Bosse an Karl kritisch Das ist auch den Klubbossen nicht entgangen. „Bild“ berichtet, dass sich die Kritik intern aber nicht allein auf die sportlichen Leistungen beschränken soll. Demnach soll auch Karls Auftritte in den sozialen Netzwerken – und speziell die Einblicke, die er dabei in seinen Lifestyle und seine Beziehung mit der Influencerin Zoe Käppele gibt – nicht bei allen Verantwortlichen gut ankommen. Der Appell aus dem Klub soll lauten, dass Karl weniger auf Social Media glänzen und stattdessen wieder auf dem Platz überzeugen solle. Demnach soll Karl sich ein Beispiel an seinem Teamkollegen und Kumpel Tom Bischof nehmen. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler zeige großen Biss und Willen im Training und in Spielen, heißt es in dem Bericht weiter. Damit schaffe er gute Voraussetzungen, sich bei Bayern durchzusetzen. Das gelingt Bischof, obwohl seine Freundin Josefine Scholl, die Tochter von Ex-Bayern-Star Mehmet Scholl , ebenfalls in den sozialen Netzwerken als Influencerin sehr aktiv ist. Dennoch stellt das Bayern-Paar seine Beziehung öffentlich nicht so zur Schau wie Karl und Käppele das bisweilen tun. Mit der wachsenden Aufmerksamkeit, zu der eben auch seine Social-Media-Aktivitäten weiter beitragen, setzte aber auch Karl selbst sich bereits kritisch auseinander. Im Gespräch mit DAZN sagte er: „Ich würde ab und zu schon gerne mal unbekannt sein, weil man sich einfach immer sehr beobachtet fühlt, wenn ich mit meinen Jungs oder der Familie rausgehe, irgendwo in der Stadt kurz was essen gehen will oder sowas.“ Klingt ganz so, als wäre die leise Warnung der Bayern-Bosse bereits bei dem Jungstar angekommen.