Beim Remis gegen Union fliegt Augsburg-Profi Juma Bah mit Rot vom Feld. Danach ergießt sich über ihn im Internet der Hass. Sein Klub reagiert. Juma Bah konnte es nicht glauben. Doch Schiedsrichter Robin Braun zückte am Samstag beim Bundesliga-Duell zwischen dem FC Augsburg und Union Berlin nach 63 Minuten die Rote Karte und schickte den 20-Jährigen damit vorzeitig vom Feld. Der Grund: Bah hatte bei einem Zweikampf Gegenspieler András Schäfer mit offener Sohle am Schienbein getroffen. Betroffen schlich Bah kurz darauf vom Feld. Nachdem auf Berliner Seite bereits Felix Uduokhai Rot gesehen hatte, ging es im Anschluss mit zehn gegen zehn weiter. Die Partie endete 1:1. Doch beim FC Augsburg stand im Nachgang der Partie nicht das Ergebnis, sondern Bah im Fokus. Denn der Nationalspieler Sierra Leones sah sich heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Nächster schwacher Auftritt: Fans fordern Aus von Bundesliga-Trainer „Beleidigungen sind gefallen“: Füllkrug gerät mit DFB-Profi aneinander FCA stellt sich hinter Bah Am Samstagabend veröffentlichte der FCA eine Stellungnahme. Darin erklärte der Klub, dass Bah „auf Instagram auf widerwärtigste Weise rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht“ worden sei. „Wir sind erschüttert über diesen Hass“, ließen die Fuggerstädter verlauten. „Und wir stellen unmissverständlich klar: Wir werden ein solches Verhalten niemals akzeptieren, tolerieren oder einfach hinnehmen!“ Ein Angriff auf einen einzelnen Spieler bedeute auch gleichzeitig einen Angriff auf die Werte des Vereins. Man werde den Fall nun zur Anzeige bringen und alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte prüfen. „Wir stehen geschlossen hinter Dir, Juma!“, taten die Augsburger ihre Unterstützung für den Verteidiger kund. Ströll wird deutlich: „Einfach nur abscheulich“ FCA-Boss Michael Ströll sagte zudem der „Augsburger Allgemeinen“: „Die rassistischen Beleidigungen und Drohungen gegen Juma Bah sind einfach nur abscheulich. Für Rassismus ist beim FC Augsburg und in unserer Gesellschaft kein Platz.“ Der 42-Jährige ergänzte: „Wer glaubt, sich im Schutz sozialer Medien und vermeintlicher Anonymität alles erlauben zu können, irrt gewaltig.“ Deswegen habe er sich auch entschieden, den „widerlichen Post“, in dem Bah beleidigt wurde, publik zu machen, so Ströll. „Wir werden den Vorfall nicht hinnehmen, strafrechtlich verfolgen und stehen klar an der Seite von Juma Bah.“