2. Bundesliga: Dynamo-Trainer Stamm fordert Regeländerung bei Elfmeter

Bei der Pleite in Kiel verschießt Dynamo Dresden einen Elfmeter. Zuvor kommt es zu einer unsportlichen Szene. Trainer Thomas Stamm fordert Konsequenzen. Nach der Niederlage von Dynamo Dresden bei Holstein Kiel (0:3) hat sich Thomas Stamm über das Verhalten von „Störche“-Profi Leon Parduzi echauffiert. „Das ist asozial. Aber es gehört zum Fußball anscheinend dazu“, sagte der Coach. „Es gibt viele Dinge, die gehören eigentlich nicht dahin, jeder nutzt es.“ Parduzi hatte beim Stand von 1:0 für die Heimelf den Elfmeterpunkt im eigenen Strafraum mit seinen Stollenschuhen bearbeitet. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Timo Gerach auf Strafstoß für Dynamo entschieden. Parduzis Aktion bekam der Unparteiische mit – und zeigte ihm die Gelbe Karte. Im Anschluss scheiterte Dresdens Niklas Hauptmann mit dem Elfmeter an Kiel-Torwart Timon Weiner und vergab damit den Ausgleich. Horrorverletzung: Fuß von NBA-Star steht zur Seite ab „Was ist das?“: TV-Bilder machen Olympiasieger verlegen Stamm forderte deshalb eine Regeländerung. „Es funktioniert nur, wenn man sagt, es ist eine Unsportlichkeit und wird mit einer Roten Karte bewertet“, sagte der 43-Jährige. „Dann macht es kein Spieler mehr. Das wäre eine Anpassung vom Regelwerk. Bis dahin wird es immer dazugehören.“ Stamm versichert: „Kein Angriff auf den Spieler“ Über die Aktion von Parduzi legte Stamm im Anschluss noch einmal nach. „Das hat eigentlich nichts damit zu tun, wie man miteinander umgeht. Deshalb passt das Wort ‚asozial‘ ganz gut“, wiederholte er seine Aussage, beschwichtigte gleichzeitig aber auch. „Das ist kein Angriff auf den Spieler“, so Stamm, der jedoch hinsichtlich Parduzis Aktion klarstellte: „Das macht man eigentlich nicht.“ Elfmeter-Fehlschütze Hauptmann erklärte, die Situation gar nicht mitbekommen zu haben. Der Dynamo-Kapitän stimmte seinem Trainer aber zu. „Dass sich das nicht gehört, ist klar“, sagte Hauptmann. Er wolle sich damit aber nicht beschäftigen. „Ich muss den Elfmeter reinmachen und dann läuft das Spiel in unsere Richtung.“ Walter schützt Parduzi: „Keine böse Absicht“ Kiel-Trainer Tim Walter sah die Debatte um Parduzis Verhalten anders. „Viele fordern, dass Spieler auch mal ein bisschen cleverer sind. Von daher: Da kommt sein kosovarisches Blut ein bisschen durch“, sagte der frühere Stuttgart- und Hamburg-Coach. Parduzi wolle er „keine böse Absicht“ unterstellen. Die Aktion sei „einfach nur ein bisschen clever, ein bisschen dreckig“ gewesen. „Und das ist Leon“, sagte Walter. „Vom Herzen her ein super Junge.“