FC Bayern: Oliver Kahn reagiert auf Zusammenbruch von Vincent Kompany

Der Zusammenbruch von Vincent Kompany besorgt nicht nur Fans. Mit Oliver Kahn findet ein langjähriger Bayern-Akteur mahnende Worte. Oliver Kahn hat mit einer eindringlichen Warnung auf den Zusammenbruch von Bayern-Trainer Vincent Kompany reagiert. „Wer von Menschen verlangt, alles zu geben, darf sich nicht erst dann für den Preis interessieren, wenn sie nichts mehr geben können“, schrieb der frühere Nationaltorhüter in einem LinkedIn-Beitrag unter der Überschrift „der Preis von Höchstleistung“. Kompany hatte sich am Freitagnachmittag das Training der Amateurmannschaft des FC Bayern angeschaut und war dabei zusammengebrochen. Der Belgier, zuvor schon von einer Virusinfektion geplagt, wurde mit einem Notarztwagen in ein Münchner Krankenhaus gebracht, wo er sich in den kommenden Tagen weiter erholen soll. Sorgen um Kompany: Gibt es einen Weg raus? „Muss das Bett hüten“: Auch Bayern-Boss Eberl erkrankt Kahn erinnerte sich in seinem Beitrag an eine Zeit in seiner eigenen Karriere, „in der ich als Spieler körperlich und mental so erschöpft war, dass ich zu Hause kaum noch die Treppe hinaufkam“. Das Beunruhigende daran sei aber nicht allein die Erschöpfung gewesen: „Es war die Selbstverständlichkeit, mit der ich trotzdem weitermachte.“ Für das Weitermachen hat Kahn eine einfache wie problematische Erklärung. „Wer seine Grenzen offenlegt, riskiert Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit. Also machen viele weiter. Nicht unbedingt, weil sie ihre Grenzen nicht kennen, sondern weil sie die Konsequenzen fürchten, wenn sie diese akzeptieren“, schrieb der 86-fache Nationalspieler. Kahn appelliert an die Vereine Das führte der Ex-Torhüter auch auf „eine bemerkenswerte Vorstellung von Leistung“ zurück. „Je mehr ein Mensch aushält, desto leistungsfähiger gilt er. Wer sich trotz Erschöpfung durchbeißt, gilt als besonders diszipliniert. Wer ständig verfügbar ist, als besonders engagiert. Wer seine Grenzen ignoriert, als außergewöhnlich belastbar“, beobachtete Kahn. „Solange die Ergebnisse stimmen, profitieren viele davon: Klubs, Unternehmen und ihre Führungskräfte.“ Bei den Ehrgeizigsten führe dies im Laufe der Zeit dazu, dass diese sich selbst den Druck auferlegen. „Ich kenne inzwischen beide Seiten“, schrieb Kahn. „Heute trage ich selbst Verantwortung für die Leistung anderer. Und ich muss mich immer wieder fragen, ob ich von ihnen erwarte, was ich früher von mir selbst verlangt habe.“ Der Ex-Profi appellierte daher an die Klubs als Arbeitgeber. „Wer von der Einsatzbereitschaft anderer profitiert, trägt auch Verantwortung für deren Grenzen“, mahnte Kahn. Kritisch ergänzte er: „Wenn jemand nicht mehr kann, sind alle überrascht. Dann ist plötzlich von Gesundheit und menschlichen Grenzen die Rede. Die Anteilnahme mag aufrichtig sein. Aber sie kostet wenig. Die Bedingungen zu verändern, unter denen Menschen ihre Grenzen ignorieren, würde dagegen etwas kosten.“