FC Bayern | Matthäus watscht Karl ab: „Weniger Social Media, mehr Leistung“

Lennart Karl erlebte in der vergangenen Saison seinen Durchbruch. Nun wird von dem Teenager des FC Bayern mehr erwartet. Kritik gab es schon von Uli Hoeneß. Diese teilt auch Lothar Matthäus. Am Mittwochabend machte Lennart Karl genau das, was die Verantwortlichen des FC Bayern am liebsten von ihm sehen wollen: Statt große Worte abseits des Spielfelds zu machen, ließ der 18-Jährige Taten auf dem Fußballplatz für sich sprechen. Ein eigener Treffer gelang ihm beim 6:1 in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Zweitligist Magdeburg zwar nicht. Trotzdem präsentierte sich der Jungstar dabei in deutlich besserer Form, als das noch zuletzt regelmäßig der Fall war. Das 1:0 leitete er mit einem perfekt getimten Ball in den Lauf von Ismael Saibari ein. Und nach seinem Lupfer, der zwar am gegnerischen Torhüter vorbeiflog, aber wohl auch am Tor vorbeigegangen wäre, drückte der aus dem Rückraum heranrauschende Alphonso Davies den Ball zum 4:1 über die Linie. Das 5:1 leitete Karl dann mit einem Pre-Assist und einem Traumpass auf Davies erneut mit ein. Am Ende verdiente sich das Toptalent der Bayern mit dieser Leistung die t-online-Note 2 . „Noch nie erlebt“: FC Bayern trotzt außergewöhnlichen Umständen Nach Zusammenbruch: So lange fehlt Kompany dem FC Bayern noch Damit machte Karl zwar wieder einen ersten, wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Die Diskussionen um seine teilweise enttäuschenden Auftritte in den vergangenen Wochen konnte er damit allerdings noch nicht verstummen lassen. Befeuert hatte die zuletzt Uli Hoeneß , der sogar angekündigt hatte, Karl zum Rapport zu bestellen. Er habe sich „vorgenommen, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen“, kündigte Bayerns Ehrenpräsident im Interview mit der „Welt am Sonntag“ an. Denn, so Hoeneß: „Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut.“ Vergleiche mit Bayerns Topstar Michael Olise täten Karl „offensichtlich nicht gut, da liegen noch Welten dazwischen“. Nach seinem Dafürhalten bräuchten „junge Spieler auch Druck“. Und er wisse „nicht, ob es Lennart Karl guttut, wenn man ihn immer nur in den Arm nimmt“. „Bisschen weniger Social Media, bisschen mehr Leistung“ Lothar Matthäus gab Hoeneß nun recht. „Da bin ich bei Uli“, sagte der Rekordnationalspieler am Donnerstagmittag bei einem Sky-Termin in München. „Lennart Karl soll sich auf Fußball konzentrieren, bei großer Konkurrenz muss er sich durchsetzen“, so Matthäus weiter, der gleich noch einen gut gemeinten Ratschlag mitgab: „Bisschen weniger Bling, bisschen weniger Social Media, bisschen mehr Leistung auf dem Platz.“ Karl war in der vergangenen Saison sein Durchbruch bei den Bayern gelungen. Als einer der Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft hatte er es nach einer starken ersten Spielzeit sogar in den WM-Kader geschafft. Ein Muskelbündelriss im linken Oberschenkel, den er unmittelbar vor Turnierstart erlitt, setzte seinem Höhenflug dann aber ein bitteres, vorläufiges Ende. Nach seiner Verletzung tut sich der Teenager in dieser Saison bislang noch schwer, zu seiner Topform zurückzufinden. „Uli Hoeneß meint’s nicht böse, er weiß, was sie an Lennart Karl haben“, sagte Matthäus, „aber der Spieler muss fokussiert sein auf das, was man von ihm bei Bayern München erwartet.“ Karl-Kritik: Das sagt Eberl Auch Max Eberl hatte nach dem Magdeburg-Spiel zu der Kritik an Lennart Karl und Hoeneß‘ drastischen Worten Stellung bezogen. „Lenni muss auf dem Platz zeigen, dass er wieder rauskommt aus diesem Loch“, sagte Bayerns Sportvorstand. Bei einem jungen Spieler wie Karl sei es normal, dass die Leistungskurve nicht nur steil nach oben gehe, sondern es eben auch Rückschläge gebe. Einen solchen habe Karl mit der Verletzung vor der WM erleben müssen. „Das hat er ein bisschen verkraften müssen“, so Eberl weiter. „Dann klappt noch nicht alles so wie am Schnürchen, wie es letztes Jahr geklappt hat.“ Da müsse Karl „sich jetzt wieder zurückarbeiten“. Und genau das tue er. Zu den „Dingen, die neben dem Platz passieren“, befand Eberl: „Das ist eben heute in der Zeit so, dass der eine oder andere Fehltritt dabei ist, der aber jetzt nicht schlimm ist, der für mich auch nicht ausschlaggebend für die Leistung ist.“ Welchen Fehltritt er genau meinte, ließ Eberl offen. Karl war in den vergangenen Monaten unter anderem bei einem Spiel, das er verletzungsbedingt verpasste, mit einem knallpinken Outfit aufgefallen , in dem er sich neben seiner Freundin Zoe Käppele auf der Tribüne präsentierte. Wie „Bild“ zuletzt berichtete, soll sich die Kritik intern deshalb nicht allein auf die sportlichen Leistungen beschränken. Demnach sollen auch Karls Auftritte in den sozialen Netzwerken – und speziell die Einblicke, die er dabei in seinen Lebensstil und seine Beziehung mit der Influencerin Zoe Käppele gibt – nicht bei allen Verantwortlichen gut ankommen . Wie bei Matthäus soll der Appell aus dem Klub lauten, dass Karl weniger auf Social Media glänzen und stattdessen wieder auf dem Platz überzeugen solle. Eine erste Antwort darauf hat er gegen Magdeburg bereits gegeben.