Formel 1: Liam Lawson nach Qualifying in Mexiko disqualifiziert

Beim Rennwochenende in Mexiko hat ein Vorfall im Qualifying späte Konsequenzen. Ein Deutscher profitiert. Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson ist nach dem Qualifying zum Großen Preis von Mexiko disqualifiziert worden. Der 24-jährige Neuseeländer war auf seiner letzten Q2-Runde zu spät vom Gas gegangen und damit gegen die Vorschriften zum Energiemanagement des Hybridantriebs verstoßen. Sein Team hatte den Fehler selbst bei der Fia gemeldet – die Strafe kam trotzdem. Die neue Motorengeneration schreibt vor: Bei Vollgas darf die elektrische Leistung nicht abrupt wegfallen, sondern muss schrittweise mit maximal 100 Kilowatt pro Sekunde reduziert werden. Die Regel soll verhindern, dass ein Fahrzeug auf der Geraden plötzlich einen erheblichen Teil seiner Kraft verliert und nachfolgende Fahrer überrascht. Nach Rauswurf: Formel-1-Fahrer weist Gewaltvorwürfe zurück Quali-Überraschung: Hamilton beendet Ferrari-Durststrecke Sky zufolge entwickelte Mercedes in Silverstone eine Methode, um diese Vorgabe im Qualifying zu umgehen: Fahrer gehen unmittelbar nach der Ziellinie vom Gas, bevor die Batterie vollständig entladen ist – in diesem Moment greift die Reduktionsregel nicht mehr. Der Ansatz soll sich schnell im Fahrerlager verbreitet haben. Auch alle durch den RBPT-Motor angetriebenen Fahrzeuge sollen ihn in Mexiko genutzt haben. Auf seinem entscheidenden Versuch reagierte Lawson zu spät. Die Batterie wurde zu stark beansprucht, die vorgeschriebene Leistungsreduktion ließ sich nicht mehr korrekt einhalten. Racing Bulls erkannte den Fehler sofort und meldete ihn eigenständig bei der Fia. Hülkenberg profitiert von Lawsons Strafe Die Stewards verhängten die Disqualifikation dennoch – erst Stunden nach dem Qualifying, um 19.05 Uhr Ortszeit. Im Urteil heißt es: „Das Team argumentierte, dass dies keinen Leistungsvorteil verschafft habe. Es ist jedoch klar, dass eine Nichteinhaltung des Technischen Reglements nicht dadurch entschuldigt wird, dass kein Leistungsvorteil erzielt wurde. Darüber hinaus verlangt das Reglement, dass ein Fahrzeug während einer Veranstaltung zu jedem Zeitpunkt regelkonform sein muss.“ Zur Selbstanzeige des Teams hielten die Kommissare fest: „Die Sportkommissare merken insbesondere an, dass das Team den Verstoß selbst offen gelegt hat. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Präzedenzfällen, die uns trotz aller mildernden Umstände dazu verpflichten, eine Disqualifikation zu verhängen, wenn ein Fahrzeug nicht dem Technischen Reglement entspricht.“ Lawson verliert alle Qualifying-Ergebnisse und startet auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez vom letzten Platz. Von der Strafe profitiert Nico Hülkenberg : Der Audi-Pilot rückt auf Startplatz 10 vor.