Im Verbund mit Kim Kalicki gewann Bobfahrerin Leonie Fiebig für Deutschland einst die Goldmedaille bei der WM. Künftig geht sie für eine andere Nation im Eiskanal an den Start. Mit 36 Jahren ist Bobfahrerin Leonie Fiebig einen ungewöhnlichen Karriereschritt gegangen. Die gebürtige Mindenerin tritt künftig nicht mehr für den Bob- und Schlittenverband Deutschland (BSD) an. In Zukunft vertritt sie im Eiskanal eine andere Nation. Bereits vor rund einem Monat verkündete der Weltverband IBSF den Wechsel. Nun scheinen die letzten bürokratischen Hürden aus dem Weg geräumt. Auf Instagram schrieb Fiebig zu einem Foto von sich: „Es ist offiziell: Ich werde von nun an für das Team USA antreten.“ Im Hintergrund des Bildes sind in großen blauen Buchstaben die Worte „Team USA“ an der Wand zu lesen. Zum ersten Mal: Deutsche Olympiaheldin ist schwanger Ski-Ass leidet an Diabetes: „Mein Körper funktionierte nicht so, wie er sollte“ Fiebig hatte zuvor mehr als acht Jahre Rennen für die deutsche Auswahl bestritten. 2023 gewann die Anschieberin mit Kim Kalicki bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz (Schweiz) im Zweierbob die Goldmedaille. Ein Jahr später holte das Duo in Winterberg Bronze, 2025 in Lake Placid (USA) Silber. Auch bei Europameisterschaften gewann Fiebig bereits zwei Medaillen. Fiebig nicht im Olympia-Aufgebot: „Bricht mir das Herz“ 2022 nahm Fiebig zudem an den Olympischen Winterspielen in Peking teil. Bei der diesjährigen Ausgabe in Mailand und Cortina d’Ampezzo schaffte sie es jedoch nicht ins Aufgebot. Im Anschluss zeigte sie sich bei Instagram schwer enttäuscht über die geplatzte Olympia-Teilnahme. „Nach Jahren, in denen ich bei jedem großen Wettkampf am Start war und genau dann Leistung gebracht habe, wenn es darauf ankam, kann und will ich meine Enttäuschung nicht leugnen“, schrieb Fiebig. „In den letzten acht Jahren habe ich mich in jeder Hinsicht auf die Olympischen Spiele vorbereitet. Es bricht mir das Herz, dass ich meine Erfahrung, mein Wissen und meine Leistung erneut nicht auf olympischem Boden zeigen darf.“ Ob sie für das US-Team an den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen teilnehmen kann, steht aktuell in den Sternen. Fiebig darf aufgrund der relativ liberalen Richtlinien des Weltverbandes IBSF zwar auch als deutsche Staatsbürgerin an Weltcup-Rennen mitwirken. Bei Olympia gilt jedoch: Athletinnen und Athleten müssen grundsätzlich die Staatsbürgerschaft der Nation besitzen, für die sie starten wollen. Fiebig, die in den USA an einem College in Memphis studierte, müsste also eingebürgert werden.