Fabian Reese: Gellendes Pfeifkonzert bei Rückkehr zu Hertha BSC

Im Sommer verließ Fabian Reese Hertha BSC in Richtung Wolfsburg. Bei seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte bereiten die Fans ihm einen ungemütlichen Empfang. Aus Berlin berichten William Laing und Nikolaus Ralle In seinen drei Jahren in Berlin stieg Fabian Reese bei Hertha BSC zum Publikumsliebling auf. Im Sommer kehrte der 28-Jährige dem Hauptstadtklub jedoch den Rücken und wechselte zum gerade aus der Bundesliga abgestiegenen Konkurrenten VfL Wolfsburg – ein Schritt, den ihm viele Fans der „Alten Dame“ übel nahmen. Der Ärger der Berliner Anhänger über den Abgang ihres Kapitäns hat am Samstag nun seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mit Wolfsburg gastierte Reese zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga bei seinem ehemaligen Arbeitgeber im Berliner Olympiastadion. Die Hertha-Fans empfingen ihren Ex-Spieler bei seiner Rückkehr alles andere als freundlich. Plötzliche Stille: Frankfurt-Fan stürzt mehrere Meter in die Tiefe Europameisterin lüftet Geheimnis: Sie ist Mutter geworden Schon als die Wolfsburger Mannschaft zum Warmmachen auf dem Platz kam, hallte es für die Gäste Pfiffe durch die Arena – genauso, wie später beim Verlesen der Mannschaftsaufstellungen. Als Reeses Namen genannt wurde, schwoll die Lautstärke des Pfeifkonzerts um ein Vielfaches an. Es sollte nicht das letzte Mal an diesem Abend der Fall sein. Auch im Spielverlauf wurde der Offensivakteur immer wieder mit einem gellenden Pfeifkonzert bedacht, sobald er nur in die Nähe des Spielgerätes kam. Ballverluste und weitere missglückte Aktionen von Reese quittierte das Berliner Publikum zudem mit frenetischem Beifall. Beinahe hätte der VfL-Profi den Hertha-Fans alles jedoch früh zurückgezahlt. Mit einem Abschluss in der zweiten Minute scheiterte Reese an der Latte. Pfiffe für Reese auch in anderen Stadien Dass die Berliner Fans ihren Ärger so deutlich kundtun, hängt nicht nur mit dem Abgang an sich zusammen, sondern auch mit Reeses Auftreten in seiner Zeit bei Hertha. Der gebürtige Kieler, der sportlich in Berlin stets über jeden Zweifel erhaben war, hatte sich kontinuierlich als volksnahe Identifikationsfigur inszeniert. Er traf sich mit Fans in der Stadt, brachte sogar eigenes Merchandising heraus. Unterstrichen wurde das Bild des Berlin liebenden Reese von zwei Vertragsverlängerungen – eine im Februar 2024 und eine im Mai 2025. Ein Wechsel trotz laufenden Arbeitspapiers, dazu auch noch zu einem anderen Zweitligisten, passte für viele daher nicht ins Bild. Seit seinem Wechsel nach Wolfsburg sieht sich Reese deshalb zunehmend dem Hass der Fans ausgesetzt – jedoch nicht nur dem der Hertha-Anhänger, sondern auch von anderen Klubs in Deutschland. In den Stadien der Republik kam es zuletzt bei Partien des VfL Wolfsburg bereits regelmäßig zu Pfiffen, wenn Reese am Ball war. Ein Beispiel: Wolfsburgs Heimspiel gegen Energie Cottbus Anfang September. „Was soll das?“, fragte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nach der Partie aufgrund der Pfiffe der eigenen Fans gegen Reese. „Ich finde das unmöglich. Das gehört sich nicht. Warum müssen unsere Fans diesen Spieler auspfeifen? Was hat dieser Spieler als Mensch getan? Der hat Energie Cottbus nichts getan. Dann bin ich auf seiner Seite.“ Reese selbst hatte beim Wolfsburger Gastspiel in Karlsruhe Ende August erklärt, was die Pfiffe in ihm auslösen. „Mir tut das sehr weh, mich verletzt es. Ich nehme das auch mit nach Hause.“ Auch in den sozialen Medien entlud sich seit seinem Wechsel regelmäßig die Wut gegen ihn. Jüngst deaktivierte Reese sogar sein Instagram-Profil – vermutlich aus Selbstschutz.