Keiner absolvierte so viele Partien in der Eliteliga des DDR-Fußballs wie Eberhard Vogel. Nun ist der einstige Ausnahmefußballer tot. Der frühere DDR-Nationalspieler Eberhard Vogel ist am Dienstag nach langer Krankheit gestorben. Das gab seine Familie bekannt. Vogel wurde 83 Jahre alt. Mit 440 Einsätzen ist er der Rekordspieler der DDR-Oberliga. Vogel spielte für den FC Karl-Marx-Stadt und den FC Carl Zeiss Jena . In der Torjägerliste der DDR-Oberliga belegt er mit 188 Punktspieltreffern den zweiten Platz – hinter Joachim Streich, der 229 Tore erzielte. Mit der DDR-Nationalmannschaft, für die er 25 Tore in 74 Einsätzen erzielte, nahm er unter anderem an der WM 1974 teil. Dazu kommen 24 Einsätze für die Olympia-Auswahl mit zehn Toren und den beiden Bronzemedaillen 1964 und 1972. 1967 wurde Vogel mit Karl-Marx-Stadt DDR-Meister. Mit Jena gewann er dreimal den FDGB-Pokal: 1972, 1974 und 1980. 1981 stand er mit Jena im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Gegen Dynamo Tiflis verlor das deutsche Team mit 1:2. Meyer über Vogel: „Hätte in jeder Weltklassemannschaft gespielt“ Sein einstiger Mitspieler und späterer Trainer Hans Meyer würdigte ihn im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Er war ein begnadeter Stürmer, der in jeder Weltklassemannschaft gespielt hätte.“ Meyer legte nach: „Die Art, wie er die Linksaußenposition interpretierte, wäre reif für Lehrfilme gewesen.“ Als Trainer war Vogel vor allem im Nachwuchsbereich erfolgreich. Von 1983 bis 1990 arbeitete er für den DDR-Fußball-Verband. 1986 führte er die Junioren-Auswahl um Matthias Sammer zum Europameistertitel. Ein Jahr später wurde die U20 WM-Dritter. 1989 holte die U16 EM-Silber. Das Ende des DDR-Fußballs erlebte Vogel als Assistenztrainer der letzten Nationalmannschaft – an der Seite von Eduard Geyer. Nach der Wende trainierte er den FC Carl Zeiss Jena, Hannover 96 , den 1. FC Magdeburg und den Dresdner SC. Außerdem war er als Auswahltrainer in Togo tätig. Keines dieser Engagements dauerte länger als eine Saison.