Seit Wochen fallen beim HSV immer mehr wichtige Spieler aus. Das geht auch vor dem Pokalspiel gegen Frankfurt so weiter. Die Verletzungsprobleme des Hamburger SV werden immer größer. Schon seit Wochen fehlen dem Bundesligisten mehrere Leistungsträger, gleich fünf Führungsspieler verpassen nun das DFB-Pokal-Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Dienstag (ab 18 Uhr im t-online-Liveticker). Zuletzt erwischte es Spielmacher Fabio Vieira und Neuzugang Bilal Nadir, beide zogen sich beim 0:1 in Paderborn am Samstag eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu. Trainer Merlin Polzin sagte am Montag: „Beide Jungs sind extrem getroffen und geknickt.“ Bei Vieira rechnen die Hamburger mit einer Zwangspause von mehreren Wochen. Noch länger dürfte Nadir ausfallen. Bei ihm sei zusätzlich eine Sehnenbeteiligung diagnostiziert worden, „weshalb bei ihm im Vergleich zum Portugiesen mit einer längeren Ausfallzeit zu rechnen ist“. Notaufnahme und 50 Stiche: Hund verbeißt sich in Bein von Ex-Fußballstar „So etwas ist beispiellos“: Schiri-Kontroverse überschattet Ligaspiel Dazu kommen die Langzeitausfälle von Führungsspieler Nicolai Remberg (Kreuzbandriss) sowie der Verteidiger Nicolás Capaldo und Jordan Torunarigha. Für das Pokalspiel und das Ligaduell am Wochenende gegen die Eintracht fällt zudem Stürmer Yussuf Poulsen aus. „Yussi hat ein bisschen Probleme im Hüftbereich. Da wird es nicht reichen für die englische Woche“, so Polzin. Immerhin: Neuzugang Patson Daka soll trotz Trainingsrückstands wieder zum Kader gehören. „Das ist ein Teil der Reise einer Saison“ Zur Lage insgesamt äußerte sich Polzin kämpferisch: „Wir sind überhaupt keine Opfer und wir wollen uns in keine Opferrolle begeben. Sondern wir wollen mit der Situation, wie sie jetzt ist, einfach gut umgehen.“ Der 35-Jährige verwies auf die breite Kaderstärke, die der HSV mit seinen zehn zum Teil sehr spät verpflichteten Neuzugängen in diesem Sommer geschaffen habe. „Jetzt habe ich halt weniger Auswahl“, sagte Polzin. „Die Jungs, die nicht nur morgen, sondern auch in den nächsten Wochen auf dem Platz stehen für den HSV, die brennen mit allem, was sie haben.“ Gleichzeitig geht der Klub der Frage nach, warum so viele Spieler gleichzeitig ausfallen. Man sei „auf Ursachenforschung“, sagte Polzin: „Fest steht, dass wir vollstes Vertrauen in den Bereich Athletik und den Bereich Medizin bei uns im Verein haben. Wir gehen sehr fleißig und achtsam mit den Dingen um.“ Zudem sei der HSV nicht der einzige Klub, der unter verletzten Spielern leide. Der Zeitpunkt ist nur ungünstig. Denn das neuformierte Team hatte sich gerade gefunden und mit den Siegen gegen Köln (2:1), Hoffenheim (3:2) und Stuttgart (1:0) eine kleine Erfolgsserie gestartet. Jetzt beginnt eine Phase, „in der wir uns wieder neu finden müssen. Und das ist das, was mich ehrlicherweise am meisten trifft“, sagte Polzin.