Bundesliga: Elversberg demontiert Mainz 05 mit Traumtoren

In Elversberg wird Mainz 05 in den ersten 45 Minuten überrollt. Die Gastgeber bleiben das Überraschungsteam der Saison. Nach einer furiosen ersten Halbzeit hat die SV Elversberg am Freitagabend drei Punkte in der Bundesliga eingefahren und grüßt als Aufsteiger vorerst von Europapokal-Rang fünf. Die Saarländer besiegten den FSV Mainz 05 mit 4:1 (3:0) und stehen damit in der Tabelle nach acht Partien bei starken 13 Punkten. Felix Keidel, der im September erstmals von Bundestrainer Jürgen Klopp in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurde, brachte Elversberg früh in Führung. Der 23-Jährige zirkelte einen Freistoß traumhaft in die Maschen (7.). Francis Onyeka (26.) und Maurice Krattenmacher (45.+1) schraubten das Ergebnis noch vor der Pause doppelt in die Höhe – und sorgten damit für die Vorentscheidung. Cole Campbell setzte in einer wilden Schlussphase per Seitfallzieher dem Elversberger Wahnsinn die Krone auf (90.+1). Benedict Hollerbach betrieb für die Gäste immerhin noch etwas Ergebniskosmetik (90.+2). Stefan Posch flog noch mit Gelb-Rot vom Feld (90.+5). Bochum siegt spät: Schiedsrichter kassiert drei Tore in neun Minuten ein Für Mainz ist die Pleite in Elversberg der dritte Tiefschlag binnen einer Woche. Nach der Liganiederlage gegen Bremen am vergangenen Samstag (2:3) folgte unter der Woche das Pokal-Aus bei Zweitligist Bochum (0:2). So lief das Spiel Die Hausherren, die wie Bochum unter der Woche aus dem Pokal ausgeschieden waren (0:2 gegen Darmstadt), erwischten den besseren Start. Jung-Nationalspieler Keidel traf schon früh mit einem Traum-Freistoß, bei dem die Mainzer Abwehrmauer allerdings nicht gut stand. Gäste-Torwart Robin Zentner, der nach knapp siebenwöchiger Verletzungspause sein Comeback gab, war gegen den platzierten Schuss machtlos. Für Elversberg war es bereits der fünfte Treffer in dieser Saison innerhalb der ersten zehn Minuten. Auch danach lief es für den Mainzer Schlussmann denkbar schlecht. Elversberg kontrollierte Ball und Gegner – und schlug Mitte der ersten Halbzeit erneut eiskalt zu. Mokwa setzte sich an der Mittellinie durch und bediente Onyeka, der nach einigem Zögern doch noch zum Abschluss kam und Zentner mit einem Flachschuss überwand. Gäste-Coach Fischer quittierte die Nachlässigkeiten seiner Schützlinge in der Defensive mit einem frustrierten Kopfschütteln. Zwar bemühten sich die „05er“ danach um mehr Spielkontrolle, gefährlich wurden sie aber nicht. Eine echte Chance gab es für die Mainzer im ersten Durchgang nicht. Elversberg dagegen zeigte sich deutlich effizienter als zuletzt gegen Darmstadt und nutzte auch die nächste Gelegenheit konsequent. Nach einer Ecke konnte Zentner den Ball nur unzureichend klären. Krattenmacher düpierte im Strafraum die halbherzig zu Werke gehenden Amiri und Paul Nebel und schob flach ins lange Eck ein. Damit war der Stecker bei den Gästen gezogen. Nach dem Wechsel passierte wenig, weil Elversberg in den Verwaltungsmodus schaltete und Mainz in der Offensive weiter viel zu harmlos agierte. Daran änderte auch ein Vierfach-Wechsel nach gut einer Stunde nichts. Mehr als ein Abseitstor des eingewechselten Ransford Königsdörffer sprang für die Gäste nicht heraus. Auf der Gegenseite hätte Mokwa sogar erhöhen können, scheiterte nach einem Sololauf von der Mittellinie aber an Zentner. In der Nachspielzeit traf Campbell zunächst mit einem sehenswerten Seitfallzieher, ehe Hollerbach für den Schlusspunkt sorgte und Posch sich nach einem Foul an Schmahl die Ampelkarte abholte.